[130.] Locke’s Western Rebellion.

[131.] Dies kann ich aus meinen eigenen Jugenderinnerungen bestätigen.

[132.] Lord Lonsdale sagt siebenhundert, Burnet sechshundert. Ich habe die Listen zu Grunde gelegt, welche die Richter an das Schatzamt einsandten und die noch daselbst aus dem Briefbuche zu ersehen sind. Man sehe auch die Bloody Assizes; Locke’s Western Rebellion; the Panegyric on Lord Jeffreys; Burnet I. 648; Eachard III. 775; Oldmixon, 705.

[133.] Einige Gebete, Ermahnungen und Hymnen dieser Dulder findet man in den Bloody Assizes.

Abraham Holmes. [Einige] Fälle verdienen noch besondere Erwähnung. Abraham Holmes, ein verabschiedeter Offizier von der Parlamentsarmee und einer von den Zeloten, welche keinen andren König als den König Jesus anerkannten, wurde bei Sedgemoor gefangen genommen. Sein Arm war in der Schlacht furchtbar verstümmelt und zerschmettert worden, und da kein Wundarzt zur Hand war, schnitt der muthige alte Soldat ihn sich selbst ab. Er wurde nach London abgeführt und vom Könige selbst im Rathe verhört, wollte sich aber zu keiner Demüthigung erniedrigen. „Ich bin ein alter Mann“ sagte er, „und die kurze Spanne Zeit, die ich noch zu leben habe, ist keiner Lüge oder Erniedrigung mehr werth. Ich war stets ein Republikaner und bin es noch.“ Er wurde nach dem Westen zurückgesandt und gehängt. Das Volk bemerkte mit ängstlicher Scheu und Verwunderung, daß die Thiere, die ihn zum Galgen schleppen sollten, störrig wurden und umkehren wollten. Holmes selbst zweifelte nicht daran, daß der Engel des Herrn, wie vor alter Zeit, mit dem Schwert in der Hand im Wege stehe, dem menschlichen Auge unsichtbar, aber dem niederen Thiere sichtbar. „Halt, Ihr Herren!“ rief er aus, „laßt mich zu Fuß gehen. Die Sache hat mehr zu bedeuten als Ihr glaubt. Erinnert Euch, daß der Esel Den sah, den der Prophet nicht sehen konnte.“ Mit festem Schritte ging er zum Galgen, hielt lächelnd eine Ansprache an das Volk, betete inbrünstig, Gott möge die Vernichtung des Antichrist und die Befreiung Englands beschleunigen, und stieg die Leiter hinauf mit der Entschuldigung, daß er es so ungeschickt mache. „Ihr seht“ sagte er, „daß ich nur einen Arm habe.“[134]

[134.] Bloody Assizes; Locke’s Western Rebellion; Lord Lonsdale’s Memoirs; Bericht über die Schlacht von Sedgemoor in den Hardwicke Papers.

Die Erzählung in Clarke’s life of James the Second ist nicht den königlichen Handschriften entnommen und widerlegt sich selbst hinlänglich.

Christoph Battiscombe. [Nicht] weniger muthig starb Christoph Battiscombe, ein junger Templer von guter Familie und Vermögen, der in Dorchester, einer freundlichen Provinzialstadt, die auf ihren guten Geschmack und auf ihre Bildung stolz war, allgemein für das Muster eines feinen Gentleman galt. Es wurde Alles aufgeboten, um ihn zu retten. Man glaubte im Westen Englands, er sei mit einer jungen Dame von edlem Geblüt, der Schwester des Sheriffs, verlobt, diese habe sich Jeffreys zu Füßen geworfen und ihn um Gnade gebeten, Jeffreys aber habe sie mit einem abscheulichen Witze von sich gestoßen, den zu wiederholen eine Verletzung des Anstandes und der Menschlichkeit sein würde. Ihr Geliebter erlitt in Lyme gläubig und standhaft den Tod.[135]

[135.] Bloody Assizes; Locke’s Western Rebellion; Humble Petition of Widows and fatherless Children in the West of England; Panegyric on Lord Jeffreys.

Die Gebrüder Hewling. [Noch] größere Theilnahme erweckte das Schicksal zweier tapferen Brüder, Wilhelm und Benjamin Hewling. Sie waren beide jung, hübsch, gebildet und aus anständiger Familie. Ihr Großvater von mütterlicher Seite hieß Kiffin, war einer der ersten Kaufleute in London und wurde allgemein als das Oberhaupt der Baptisten betrachtet. Der Oberrichter benahm sich beim Verhör gegen Wilhelm Hewling mit der ihm eigenen Rücksichts­losigkeit. „Ihr habt einen Großvater,“ sagte er zu ihm, „der es eben so reichlich verdiente, gehängt zu werden wie Ihr.“ Der arme junge Mann, der erst neunzehn Jahr alt war, ertrug den Tod mit solcher Ergebung und Standhaftigkeit, daß ein bei der Hinrichtung anwesender Offizier von der Armee, der sich durch Rohheit und Härte ausgezeichnet hatte, tief ergriffen wurde und äußerte: „Ich glaube nicht, daß der Lordoberrichter selbst dabei ungerührt bleiben würde,“ Man hatte gehofft, Benjamin’s Begnadigung zu erlangen. Ein so jugendliches Opfer war sicherlich genug für eine Familie. Jeffreys selbst war zur Milde geneigt oder stellte sich wenigstens so. Der Grund davon war der, weil einer seiner Verwandten, von dem er viel zu erwarten hatte und den er daher nicht so behandeln konnte, wie er derartige Bittsteller gewöhnlich behandelte, sich für die schwergeprüfte Familie angelegentlich verwendete. Es wurde ein Aufschub bewilligt, um in London anzufragen; und die Schwester des Gefangenen begab sich selbst mit einer Bittschrift nach Whitehall. Viele Hofleute wünschten ihr glücklichen Erfolg, und Churchill, zu dessen zahlreichen Fehlern wenigstens die Grausamkeit nicht gehörte, verschaffte ihr eine Audienz. „Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen den besten Erfolg,“ sagte er, während sie sich zusammen im Vorzimmer befanden, „aber schmeicheln Sie sich nicht mit Hoffnungen. Dieser Marmor, setzte er hinzu, indem er die Hand auf den Kaminsims legte, ist nicht härter als der König.“ Seine Vermuthung bestätigte sich, Jakob war unerbittlich. Benjamin Hewling starb mit unerschrockenem Muthe unter lautem Wehklagen, in welches die um den Galgen Wache haltenden Soldaten unwillkürlich einstimmten.[136]