[145.] Locke’s Western Rebellion; Toulmin’s History of Taunton, ed. by Savage; Briefe des Herzogs von Somerset an Sir F. Warre; Brief Sunderland’s an Penn vom 13. Febr. 1685—86 aus dem Staatsarchive in Mackintosh’s Sammlung.
Verfahren gegen Grey, Cochrane, Storey, Wade, Goodenough und Ferguson. [Bei] Grey war kein mildernder Umstand vorhanden. Seine Talente und Kenntnisse, der erbliche Rang, den er im Staate einnahm, und der hohe Befehlshaberposten, den er in der Rebellenarmee bekleidet hatte, würden ihn einer gerechten Regierung als viel straffälliger bezeichnet haben als Alice Lisle, Wilhelm Hewling oder irgend einen von den Hunderten unwissender Landleute, deren Köpfe und Glieder in Somersetshire ausgestellt wurden. Aber Grey’s Besitzungen waren groß und unveräußerliches, erbliches Eigenthum seiner Familie. Er bezog nur den Nießbrauch seiner Güter auf Lebenszeit und mehr als diese Rente konnte er nicht verwirken. Starb er, so fiel Alles seinem nächsten Erben zu. Wenn er begnadigt wurde, konnte er ein bedeutendes Lösegeld bezahlen, und man gestattete ihm daher, sich dadurch loszukaufen, daß er dem Lordschatzmeister eine Verschreibung auf vierzigtausend Pfund und anderen Höflingen kleinere Summen einhändigte.[146]
Sir Johann Cochrane hatte unter den schottischen Rebellen die nämliche Stellung eingenommen, wie Grey im Westen Englands. Es schien unglaublich, daß Cochrane von einem so beispiellos rachsüchtigen Fürsten Verzeihung erhalten würde. Aber er war der jüngere Sohn einer reichen Familie, und man konnte daher nur wenn man ihn verschonte, Geld für ihn erlangen. Sein Vater, Lord Dundonald, bot den Priestern des königlichen Hauses ein Geschenk von fünftausend Pfund an und die Begnadigung wurde ihm dafür bewilligt.[147]
Samuel Storey, ein bekannter Aufwiegler, welcher Kriegscommissar bei der Rebellenarmee gewesen war und das unwissende Volk von Somersetshire durch heftige Reden aufgestachelt hatte, in denen Jakob als Brandstifter und Giftmischer dargestellt war, wurde ebenfalls begnadigt, denn Storey konnte Jeffreys bei der Erpressung der fünfzehntausend Pfund von Prideaux wichtige Dienste leisten.[148]
Von allen Verräthern waren Wade, Goodenough und Ferguson am wenigsten berechtigt, Gnade zu erwarten. Diese drei Häupter des Aufstandes waren zusammen vom Schlachtfelde von Sedgemoor geflohen und hatten glücklich die Küste erreicht. Aber in der Nähe des Ortes, wo sie sich einzuschiffen gedachten, hatten sie eine kreuzende Fregatte gefunden. Sie hatten sich hierauf getrennt und Wade und Goodenough waren bald entdeckt und nach London gebracht worden. Obgleich sie aber tief in das Ryehousecomplot verwickelt und unter den Häuptern des Aufstandes im Westen eine hervorragende Stellung eingenommen hatten, wurde ihnen dennoch das Leben geschenkt, weil sie Aufschlüsse geben konnten, welche den König in den Stand setzten, einige Personen, die er haßte, die er aber noch nie eines Verbrechens hatte bezichtigen können, zum Tode zu verurtheilen und auszuplündern.[149]
Auf welche Weise Ferguson davon kam, war und ist noch jetzt ein Geheimniß. Er war von allen Feinden der Regierung ohne allen Zweifel der strafbarste. Er war der erste Anstifter des Planes zur Ermordung der königlichen Brüder; er hatte ferner die Erklärung verfaßt, die an Frechheit, Gehässigkeit und Lügenhaftigkeit selbst unter den Schmähschriften jener stürmischen Zeit ihres Gleichen nicht hatte, und endlich war er Derjenige, der den Herzog von Monmouth erst zu dem Einfalle in England und dann zu der Usurpation der Krone aufreizte. Es ließ sich wohl erwarten, daß man auf den Erzverräther, wie er oft genannt wurde, mit ganz besondrem Eifer fahnden werde, und einer sorgfältigen Nachforschung konnte ein Mann von so auffallendem Äußeren und Sprachdialecte schwerlich entgehen. In den Kaffeehäusern von London erzählte man als ganz gewiß, daß Ferguson festgenommen sei, und diese Nachricht fand bei Männern Glauben, welche die beste Gelegenheit hatten, die Wahrheit zu erfahren. Das Nächste was man von ihm hörte, war, daß er unangefochten auf dem Continent lebe. Man hatte ihn stark in dem Verdachte, daß er eine regelmäßige Verbindung mit der Regierung unterhalten, gegen die er gleichwohl beständig complotirte, daß er von den Unternehmungen seiner Genossen, die er fortwährend zu den übereiltesten Schritten drängte, gerade so viel nach Whitehall berichtete, damit sein Hals nicht in Gefahr kam, und daß daher Befehl gegeben wurde, ihn entschlüpfen zu lassen.[150]
Jetzt hatte Jeffrey’s sein Werk beendigt und er kehrte zurück, um seinen Lohn zu verlangen. Er kam wieder in Windsor an, nachdem er im ganzen Westen Haufen von Leichen, und Trauer und Schrecken zurückgelassen hatte. Der Haß, den die Bevölkerung von Somersetshire gegen ihn hegte, hat in unsrer Geschichte nicht seines Gleichen. Weder die Zeit, noch politische Veränderungen vermochten denselben zu ersticken, er pflanzte sich fort von Geschlecht zu Geschlecht und wüthete noch heftig gegen seine unschuldigen Nachkommen. Viele Jahre nach seinem Tode, als sein Name und Titel längst erloschen waren, wurde seine Enkelin, die Gräfin von Pomfret, auf einer Reise im Westen vom Pöbel insultirt und sah, daß sie sich nicht mit Sicherheit unter die Nachkommen Derer wagen konnte, welche die blutigen Assisen erlebt hatten.[151]
Am Hofe aber fand Jeffreys die herzlichste Aufnahme. Es war ein Richter ganz nach dem Sinne seines Gebieters. Jakob hatte seine Rundreise mit Interesse und mit großem Vergnügen verfolgt; in seinem Empfangzimmer und an seiner Tafel hatte er oft von dem Gemetzel, das gegenwärtig unter seinen mißvergnügten Unterthanen angerichtet wurde, mit einer Schadenfreude gesprochen, über welche die fremden Gesandten erstaunten. Er hatte mit eigner Hand Berichte über seines Lordoberrichters Feldzug im Westen, wie er es scherzend nannte, aufgezeichnet. Einige hundert Rebellen, schrieb Se. Majestät in den Haag, seien verurtheilt werden; einige davon seien bereits gehängt, eine größere Anzahl sollte dies noch werden, und der Rest solle nach den Kolonien geschickt werden. Umsonst wendete sich Ken schriftlich an ihn, um Gnade für das irregeleitete Volk zu erflehen, und schilderte mit ergreifender Beredtsamkeit die entsetzliche Lage seines Sprengels. Er sagte, man könne auf keiner Heerstraße gehen, ohne ein schreckliches Schauspiel zu erblicken, und die Luft von Somersetshire sei mit Todesdünsten geschwängert. Der König las das Schreiben, blieb aber so hart, wie der marmorne Kaminsims in Whitehall, wie Churchill gesagt hatte.
[146.] Burnet, I. 646, und Sprecher Onslow’s Note; Clarendon an Rochester vom 8. Mai 1686.
[147.] Burnet, I. 634.