[59.] Barillon, 16.(26.) Nov. 1685; Ludwig an Barillon, 26. Nov. (6. Dec.) In einem höchst interessanten Schriftstück, das 1687 so gut als gewiß von Bonrepaux verfaßt wurde und sich jetzt in den französischen Archiven befindet, wird Sunderland folgendermaßen geschildert: „La passion qu’il a pour le jeu, et les pertes considérables qu’il y fait, incommodent fort ses affaires. Il n’aime pas le vin; et il haït les femmes.“

[60.] Aus dem Geheimrathsbuche geht hervor, daß er seinen Präsidentenposten am 4. Dec. 1685 antrat.

[61.] Bonrepaux ließ sich nicht so leicht täuschen als Jakob: „En son particulier il (Sunderland) n’en professe aucune (religion), et on parle fort librement. Ces sortes de discours seroient en exécration en France. Ici ils sont ordinaires parmi un certain nombre de gens du pais.“ Bonrepaux an Seignelay, 25. Mai (4. Juni) 1687.

[62.] Clarke’s Life of James the Second, II. 74, 77. Orig. Mem.; Sheridan MS.; Barillon, March 19.(29.) 1686.

Treulosigkeit Jeffreys’. [Es] waren im Kabinet zwei protestantische Mitglieder, welche an dem Kampfe keinen thätigen Antheil nahmen. Jeffreys wurde um diese Zeit von einer schmerzhaften inneren Krankheit gequält, die sich durch Unmäßigkeit verschlimmert hatte. Bei einem Gastmahle, das ein reicher Alderman einigen Regierungs­häuptern gab, waren der Lordschatzmeister und der Lordkanzler dermaßen betrunken, daß sie sich fast splitternackt auskleideten und nur mit Mühe abgehalten werden konnten, auf einen Schildpfahl zu klettern, auf dem sie die Gesundheit Sr. Majestät ausbringen wollten. Der fromme Schatzmeister kam mit dem bloßen Skandale davon, der Kanzler aber bekam einen heftigen Anfall seines Übels. Eine Zeit lang glaubte man sein Leben sei in ernster Gefahr. Jakob zeigte sich sehr beunruhigt durch den Gedanken an den Verlust eines Ministers, der sich so gut in ihn zu schicken wußte, und sagte, in gewissem Sinne mit Recht, daß ein solcher Mann nicht leicht zu ersetzen sei. Als Jeffreys wieder genesen war, versprach er beiden streitenden Parteien seine Unterstützung und wartete es ab, welche von ihnen sich als siegreich erweisen würde. Einige merkwürdige Beweise von seiner Doppelzüngigkeit sind noch vorhanden. Wir haben schon erwähnt, daß die ehemals in London sich aufhaltenden zwei französischen Agenten sich in den englischen Hof getheilt hatten. Bonrepaux verkehrte beständig mit Rochester, Barillon mit Sunderland. In einer und derselben Woche erfuhr Ludwig durch Bonrepaux, der Kanzler sei ganz befreundet mit dem Schatzmeister, und durch Barillon, der Kanzler habe sich mit dem Sekretär[63] verbündet.

[63.] Reresby’s Memoirs; Luttrell’s Diary, Feb. 2. 1685/86; Barillon, 4.(14.) Feb., 28. Jan. (7. Feb.); Bonrepaux, 25. Jan. (4. Feb.)

Godolphin und die Königin. [Der] vorsichtige und schweigsame Godolphin that sein Möglichstes, um neutral zu bleiben. Seine Ansichten und Wünsche waren allerdings für Rochester; aber sein Amt nöthigte ihn, beständig in der Nähe der Königin zuzubringen, und daher wollte er natürlich nicht gern auf gespanntem Fuße mit ihr stehen. Man hat in der That Grund zu glauben, daß er mit einer romantischeren Zuneigung an ihr hing, als sie gewöhnlich in dem Herzen ergrauter Staatsmänner Platz findet, und Umstände, deren Erwähnung jetzt nöthig wird, hatten sie gänzlich der jesuitischen Cabale in die Arme geworfen.[64]

[64.] Dartmouth’s Note zu Burnet I. 621. In einer zeitgenössischen Satyre heißt es von Godolphin:

„Mit staatsklugem Kopf er sich in Alles schickte,

Wenn man ihm Muff und Handschuh nicht entrückte.“