[154.] Bischof Malony’s Brief an Bischof Tyrrel vom 8. März 1689.

[155.] Statute 10 & 11 Charles I. chap. 16; King’s State of the Protestants of Ireland, chap. II. sec. 8.

[156.] King, chap. II. sec. 8. Miß Edgeworth’s „König Corny“ gehört einer späteren und viel civilisirteren Generation an; aber wer dieses treffliche Charactergemälde studirt hat, wird sich ungefähr denken können, was für ein Mann König Corny’s Großvater gewesen sein mußte.

[157.] King, chap. III. sec. 2.

[158.] Sheridan MS.; Vorrede zum ersten Bande der Hibernia Anglicana, 1690; Secret Consults of the Romish Party in Ireland, 1689.

Zustand der englischen Kolonie. [Auch] die Kolonie hatte ihre inneren, theils nationalen, theils religiösen Zwistigkeiten. Die Mehrzahl waren Engländer, aber eine starke Minorität war aus dem Süden Schottlands. Die eine Hälfte der Ansiedler gehörte der Staatskirche an, die andre Hälfte waren Dissenters. In Irland aber waren Schotte und Southron (Südländer) durch ihren gemeinsamen sächsischen Ursprung, und Anglikaner und Presbyterianer durch ihren gemeinsamen Protestantismus eng mit einander verbunden. Alle Kolonisten hatten eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames pekuniäres Interesse. Sie waren umgeben von gemeinsamen Feinden und konnten sich nur durch gemeinsame Vorkehrungen und Anstrengungen gegen die Angriffe derselben sichern. Daher waren denn auch die wenigen in Irland gegen protestantische Nonconformisten erlassenen Strafgesetze ein todter Buchstabe.[159] Die Bigotterie des starrsten Anglikaners widerstand dem Einflusse der Versetzung über den Georgskanal nicht. Sobald der Kavalier in Irland ankam und sich überzeugte, daß er ohne den herzlichen und muthigen Beistand seiner puritanischen Nachbarn mit seiner ganzen Familie der Gefahr ausgesetzt war, von papistischen Räubern ermordet zu werben, so schwand sein Haß gegen den Puritanismus unwillkürlich mehr und mehr und erlosch endlich ganz. Ausgezeichnete Männer beider Parteien machten die Bemerkung, daß ein Protestant, der in Irland ein Hochtory genannt wurde, in England als ein gemäßigter Whig betrachtet worden wäre.[160]

Die protestantischen Nonconformisten ihrerseits ertrugen mit mehr Geduld, als man hätte erwarten sollen, den Anblick der absurdesten kirchlichen Verfassung, welche die Welt je gesehen. Vier Erzbischöfe und achtzehn Bischöfe führten die Aufsicht über eine Anzahl von Anglikanern, welche ungefähr den fünften Theil der Gemeindemitglieder des Londoner Kirchspiels betrug. Ein großer Theil der Pfarrgeistlichen waren Pluralisten[161] und wohnten entfernt von ihren Gemeinden. Einige von ihnen bezogen von ihren Pfründen ein Einkommen von nahe an tausend Pfund jährlich, ohne daß sie jemals eine geistliche Function verrichteten. Dennoch war diese verkehrte Institution den in Irland angesiedelten Puritanern bei weitem nicht so verhaßt, als den englischen Sectirern die englische Landeskirche. Denn in Irland waren die religiösen Spaltungen den nationalen untergeordnet, und obgleich der Presbyterianer als Theolog die Hierarchie der Staatskirche verwerfen mußte, so sah er doch wieder mit einer Art von Wohlgefallen auf diese Hierarchie, wenn er sie als eine glänzende und prunkende Trophäe des Sieges betrachtete, den der große Stamm, dem er entsprossen war, errungen hatte.[162]

So hatten die Leiden des irischen Katholiken mit denen des englischen Katholiken kaum etwas gemein. Der Katholik von Lancashire oder von Staffordshire brauchte nur Protestant zu werden, um sogleich seinen Nachbarn in jeder Beziehung gleich zu stehen; wenn aber die Katholiken von Munster oder Connaught auch Protestanten geworden wären, so würden sie deshalb doch ein unterworfenes Volk geblieben sein. Alle Übel, welche der römische Katholik in England zu ertragen hatte, entsprangen aus harten Gesetzen und hätten durch eine liberalere Gesetzgebung beseitigt werden können; die Ungleichheit zwischen den beiden Bevölkerungen Irlands aber war weder durch eine Gesetzgebung entstanden, noch konnte sie durch eine solche gehoben werden. Die Herrschaft, welche eine dieser beiden Bevölkerungen über die andre ausübte, war die Herrschaft des Wohlstandes über die Armuth, der Bildung über die Unwissenheit, des civilisirten über den nicht civilisirten Menschen.

[159.] „Wenn auch nicht durch das Gesetz, so doch durch beiderseitiges Einverständniß bestand völlige Gewissensfreiheit.“ King, chap. III. sec. 1.

[160.] In einem Briefe an Jakob, der unter Bischof Tyrrel’s Papieren gefunden wurde und der das Datum des 14. Aug. 1686 trägt, kommen einige bemerkenswerthe Äußerungen vor. „Es giebt wenig oder gar keine Protestanten in diesem Lande, die nicht mit den Whigs gegen den gemeinsamen Feind verbunden wären.“ Dann wieder: „Diejenigen, welche hier (in England) für Tories galten, nahmen jenseit des Wassers öffentlich Partei für die Sache der Whigs.“ Das Nämliche sagte Swift einige Jahre später zum König Wilhelm: „Ich erinnere mich, bei meinem letzten Besuche in England dem Könige gesagt zu haben, daß die strengsten Tories bei uns ganz leidliche Whigs sein würden.“ Brief über den Abendmahlseid.