Halifax war nicht zufrieden bei der Defensive stehen zu bleiben, sondern beschuldigte Rochester öffentlich der untreuen Verwaltung. Es fand eine Untersuchung statt, bei der es sich zeigte, daß dem öffentlichen Schatze durch schlechte Verwaltung des ersten Lords des Schatzes vierzigtausend Pfund verloren gegangen waren. Durch diesen Vorfall wurde er gezwungen, nicht nur seine Hoffnungen auf den weißen Stab fahren zu lassen, sondern auch von der Leitung des Finanzwesens auf den, allerdings im Range höheren, aber weniger bedeutenden und einträglichen Posten des Lord Präsidenten überzugehen. „Ich habe schon Leute die Treppe hinunterwerfen sehen — meinte Halifax — aber Mylord Rochester ist der Erste, den ich jemals die Treppe hinaufwerfen sah.“ Godolphin, jetzt Pair, wurde erster Schatzcommissair.

[8.] Lord Preston, damals Gesandter in Paris, schrieb von dort an Halifax folgendes: „Ich finde, daß Ew. Herrlichkeit noch immer so unglücklich sind, von diesem Hofe nicht mit günstigen Augen angesehen zu werden, und Herr Barillon darf Ihnen nicht freundlich zulächeln, da sein Hof die Stirn in Falten zieht. Sehr wohl bekannt sind Ew. Herrlichkeit Eigenschaften, welche zu Furcht und dadurch zu Haß gegen Sie Veranlassung geben und Sie können glauben, Mylord, wenn alle ihre Gewalt im Stande ist Sie nach Rufford zu bringen, so wird man dieselbe zu diesem Zweck in Anwendung bringen. Zwei Punkte heben sie, wie ich vernehme, besonders gegen Sie hervor: Ihre Verschwiegenheit nämlich, und den Umstand, daß Sie der Bestechung nicht zugänglich sind. Es ist mir bekannt, daß sie gegen diese zwei Dinge sich ausgesprochen haben.“ Das Datum des Briefes ist vom 5. October N. St. 1683.

Stand der Parteien am Hofe Karls zur Zeit seines Todes. [Der] Kampf war noch immer nicht zu Ende, der Ausgang war von dem Willen Karls abhängig, und Karl konnte zu keinem Entschlusse kommen. In seiner Verlegenheit versprach er Jedem was ihm einfiel. Einmal wollte er mit Frankreich zusammenhalten, dann wollte er wieder jede Verbindung mit Ludwig auflösen; jetzt wollte er nichts wieder von einem Parlamente hören und gleich darauf wollte er befehlen, daß ein Ausschreiben für ein solches ergehen solle; dem Herzog von York versprach er Halifax zu entlassen. Öffentlich zeigte er die heftigste Erbitterung gegen Monmouth, und im Geheimen versicherte er ihn seiner unwandelbaren Zuneigung. Wie lange, im Fall er länger gelebt, diese Unentschiedenheit gewährt haben und zu welchem Entschluß er endlich gekommen sein würde, darüber lassen sich nur Vermuthungen hegen. Früh im Jahre 1685, als die feindlichen Parteien mit ängstlicher Sorge seiner Entschließung harrten, starb er, und es öffnete sich eine neue Scene. In einigen Monaten verwischten die Übergriffe der Regierung den Eindruck, den die Übergriffe der Opposition auf die öffentliche Stimmung hervorgebracht hatten. Der heftigen Reaktion, welche die Partei der Whigs niederwarf, folgte eine noch stärkere Reaktion in umgekehrter Richtung, und deutliche Symptome ließen erwarten, daß der große Kampf zwischen den Prärogativen der Krone und den Gerechtsamen des Parlaments nahe daran sei, zu einem definitiven Resultat zu gelangen. —