[35.] King’s State of the Protestants of Ireland; Secret Consults of the Romish Party in Ireland.

[36.] Secret Consults of the Romish Party in Ireland.

[37.] History of the Desertion, 1689; vergleiche die 1. und 2. Ausg. Barillon 8.(18.) Sept. 1688; Citters von demselben Datum; Clarke’s Life of James the Second, II, 168. Der Compilator des letztgenannten Werks sagt, Churchill habe das Gericht aufgefordert, die sechs Offiziere zum Tode zu verurtheilen. Diese Geschichte scheint nicht den Papieren des Königs entnommen zu sein und ich halte sie daher für eine der zahlreichen Erdichtungen, welche in St. Germain erfunden wurden, um einen ohnehin schon hinreichend schwarzen Character noch schwärzer darzustellen. Daß Churchill bei dieser Gelegenheit großen Unwillen affectirte, um den im Sinne habenden Verrath zu verbergen, ist sehr wahrscheinlich. Aber man kann unmöglich glauben, daß ein so verständiger Mann die Mitglieder eines Kriegsgerichts aufgefordert haben sollte, eine Strafe zu verhängen, welche anerkanntermaßen außer dem Bereiche ihrer Competenz lag.

Lillibullero. [Die] öffentliche Stimmung äußerte sich damals noch nicht durch die Zeichen, welche jetzt bei uns gebräuchlich sind, durch große Volksversammlungen und heftige Reden. Dessenungeachtet fand sie ein Organ. Thomas Wharton, der beim letzten Parlament die Grafschaft Buckingham vertreten und der sich schon als Freigeist und als Whig ausgezeichnet, hatte eine satyrische Ballade auf Tyrconnel geschrieben. In diesem kleinen Gedicht gratulirt ein Irländer einem Landsmanne in barbarischem Jargon zu dem nahe bevorstehenden Triumphe des Papismus und des milesischen Stammes. Der protestantische Erbe würde enterbt werden; die protestantischen Offiziere würden verabschiedet werden; die Magna Charta und die Maulhelden, welche darauf pochten, würden gehängt werden; der gute Talbot würde seine Landsleute mit Stellen und Ämtern überschütten und den Engländern die Kehle abschneiden. Diese Verse, die sich in keiner Hinsicht über das gewöhnliche Niveau der Gassenhauerpoesie erhoben, hatten zum Refrain ein Kauderwelsch, das angeblich im Jahre 1641 das Feldgeschrei der Insurgenten von Ulster gewesen sein sollte. Die Verse und die Melodie entsprachen ganz der Stimmung der Nation und die hohlen Reime wurden daher von einem Ende des Landes zum andren von allen Klassen beständig gesungen. Ganz besonderen Anklang fanden sie bei der englischen Armee. Mehr als siebzig Jahre nach der Revolution schilderte ein Schriftsteller mit außerordentlicher Treue einen Veteranen, der am Boyne und bei Namur gefochten,[38] und ein characteristischer Zug dieses wackeren alten Kriegers ist seine Gewohnheit, den Lillibullero zu pfeifen.[39]

Wharton rühmte sich später, daß er einen König aus drei Königreichen hinausgesungen habe. In Wahrheit aber war der Erfolg des Lillibullero nicht die Ursache, sondern die Wirkung des aufgeregten Zustandes der Volksstimmung, der die Revolution erzeugte.

Während Jakob so alle die Nationalgefühle gegen sich aufstachelte, die seinen Thron hätten retten können, wenn er nicht so verblendet gewesen wäre, bemühte sich Ludwig auf andre Weise nicht minder wirksam, dem Prinzen Wilhelm die Ausführung seines Unternehmens zu erleichtern.

[38.] Der Onkel Tobias in Sterne’s Tristram Shandy. Der Übers.

[39.] Das Lillibullerolied findet sich in den State Poems. In Percy’s Relics findet man den ersten Theil, aber nicht den zweiten, der erst nach Wilhelm’s Landung hinzugefügt wurde. Im Examiner und in verschiedenen Flugschriften aus dem Jahre 1712 wird Wharton als Verfasser genannt.

Politische Zustände in den Vereinigten Provinzen. [Die] Partei in Holland, welche Frankreich geneigt war, war eine Minorität, die aber der Verfassung des Batavischen Staatenbundes gemäß stark genug war, um den Statthalter an jedem großen Schlage zu verhindern. Diese Minorität sich zu erhalten, würde für den Hof von Versailles, wenn er klug gewesen wäre, eine Aufgabe gewesen sein, der unter den damaligen Verhältnissen alles Andre hätte nachstehen müssen. Ludwig aber hatte sich seit einiger Zeit wie absichtlich bemüht, sich seine holländischen Freunde zu entfremden, und es gelang ihm endlich, obwohl nicht ohne Schwierigkeit, sie zu zwingen, daß sie gerade in dem Augenblicke, wo ihr Beistand von unschätzbarem Werthe für ihn gewesen sein würde, seine Feinde wurden.

Zwei Dinge waren es, in Bezug auf welche die Bevölkerung der Vereinigten Provinzen besonders empfindlich war; die Religion und der Handel, und der französische König griff sie sowohl in ihrer Religion als in ihrem Handel an. Die Verfolgung der Hugenotten und die Widerrufung des Edicts von Nantes hatte überall den Schmerz und die Entrüstung der Protestanten erregt. In Holland aber waren tiefe Gefühle stärker als in irgend einem andren Lande, denn viele geborne Holländer hatten sich im Vertrauen auf die wiederholten feierlichen Versicherungen Ludwig’s, daß die von seinem Großvater gewährte Duldung aufrecht erhalten werden sollte, zu Handelszwecken in Frankreich niedergelassen und ein großer Theil der Übergesiedelten war daselbst naturalisirt worden. Jetzt brachte jede Post die Nachricht nach Holland, daß diese Leute ihres Glaubens wegen mit außerordentlicher Strenge behandelt würden. Dem Einen waren Dragoner ins Quartier gelegt worden, ein Andrer war nackt an ein Feuer gehalten worden, bis er halb gebraten war; und Allen war bei strengster Strafe verboten, ihre gottesdienstlichen Gebräuche auszuüben, oder das Land zu verlassen, in das sie unter falschen Vorspiegelungen gelockt worden waren. Die Anhänger des Hauses Oranien äußerten laut ihren Unwillen über die Grausamkeit und Treulosigkeit des Tyrannen. Die Opposition war beschämt und entmuthigt. Selbst der Stadtrath von Amsterdam, so sehr derselbe dem französischen Interesse und der arminianischen Theologie zugethan, und so wenig er geneigt war, Ludwig zu tadeln oder mit den von ihm verfolgten Calvinisten zu sympathisiren, durfte es nicht wagen, sich gegen die allgemeine Stimmung aufzulehnen, denn es gab in dieser großen Stadt kaum einen einzigen reichen Kaufmann, der nicht einen Verwandten oder einen Freund unter den Verfolgten hatte. Es wurden den Bürgermeistern Petitionen mit zahlreichen und sehr angesehenen Unterschriften überreicht, in denen sie dringend gebeten wurden, dem Grafen Avaux energische Vorstellungen zu machen. Verschiedene Bittsteller begaben sich sogar persönlich in das Rathhaus, fielen auf die Knie, schilderten unter Thränen und Schluchzen die traurige Lage ihrer Lieben und flehten den Magistrat um seine Verwendung an. Auf allen Kanzeln ertönten Schmähungen und Klagen, und die Presse ergoß sich in herzzerreißenden Schilderungen und aufregenden Mahnungen. Avaux erkannte die ganze Größe der Gefahr. Er berichtete seinem Hofe, daß selbst die Gutgesinnten — denn so pflegte er die Feinde des Hauses Oranien zu nennen — die allgemeine Stimmung entweder theilten oder durch dieselbe eingeschüchtert würden, und er rieth ernstlich dazu, auf ihre Wünsche einige Rücksicht zu nehmen. Er erhielt jedoch kalte und geringschätzende Antworten von Versailles. Es wurde zwar einigen holländischen Familien, welche nicht in Frankreich naturalisirt waren, die Rückkehr in ihr Vaterland gestattet, den naturalisirten Holländern aber verweigerte Ludwig jedes Zugeständniß. Keine Macht der Erde, sagte er, habe ein Recht, zwischen ihn und seine Unterthanen zu treten; diese Leute wären aus eigenem Antriebe seine Unterthanen geworden, und wie er sie behandle, das gehe keinen Nachbarstaat etwas an. Der Magistrat von Amsterdam fühlte sich durch den hochmüthigen Undank des Potentaten, den er gegen die allgemeine Stimmung ihrer eigenen Landsleute kräftig und rücksichtslos unterstützt hatte, natürlich sehr unangenehm berührt. Bald folgte eine andre Herausforderung, die sie noch schmerzlicher empfanden. Ludwig begann ihren Handel anzugreifen. Er erließ zuerst eine Verordnung, welche die Heringseinfuhr in seine Staaten verbot. Avaux beeilte sich seinem Hofe zu melden, daß dieser Schritt großen Unwillen erregt habe, daß in den Vereinigten Provinzen sechzigtausend Menschen vom Heringsfang lebten und daß die Generalstaaten wahrscheinlich strenge Repressalien beschließen würden. Der König antwortete, daß er nicht nur auf dem Verbot beharre, sondern auch die Einfuhrzölle auf viele Waaren, mit denen Holland einen einträglichen Handel mit Frankreich trieb, zu erhöhen beabsichtige. Die Folge dieser Mißgriffe, welche trotz wiederholter Warnungen, wie es scheint aus bloßem übermüthigen Eigensinn begangen wurden, war, daß sich jetzt, wo die Stimme eines einzelnen mächtigen Mitgliedes der Batavischen Föderation ein der ganzen Politik Ludwig’s Verderben drohendes Ereigniß hätte abwenden können, eine solche Stimme nicht erhob. Der Gesandte bemühte sich mit all’ seiner diplomatischen Gewandtheit vergebens, die Partei, mit deren Hülfe er seit mehreren Jahren den Statthalter in Schach gehalten hatte, zu ralliiren. Die Arroganz und der Starrsinn seines Gebieters vereitelten alle seine Anstrengungen.