[88.] Ronquillo, 12.(22.) Nov. 1688. „Estas respuestas,“ sagt Ronquillo, „son ciertas, aunque mas las encubrian en la corte.“
[89.] London Gazette, Nov. 5. 1688. Die Proklamation ist vom 2. Nov. datirt.
[90.] Tanner MSS.
Wilhelm geht zum zweiten Male unter Segel. [Unterdessen] schwamm Wilhelm’s Flotte auf der Nordsee. Am Abend des Donnerstag, den 2. November, ging er wieder unter Segel. Der Wind blies frisch aus Osten. Zwölf Stunden lang steuerte die Flotte in nordwestlicher Richtung. Die von dem englischen Admiral auf Recognoscirung ausgesandten leichten Fahrzeuge brachten Nachrichten, welche die vorherrschende Ansicht, daß der Feind in Yorkshire zu landen versuchen werde, bestätigten. Plötzlich aber machte die ganze Flotte auf ein vom Schiffe des Prinzen gegebenes Signal eine Wendung und steuerte nach dem britischen Kanal. Der nämliche Wind, der die Reise der Angreifer begünstigte, verhinderte Dartmouth, aus der Themse auszulaufen. Seine Schiffe mußten Raaen und Stengen einziehen, und zwei von seinen Fregatten, welche die hohe See gewonnen hatten, wurden von dem heftigen Sturme arg zugerichtet und in den Fluß zurückgetrieben.
Inzwischen segelte die holländische Flotte rasch vor dem Winde und erreichte die Meerenge am Samstag den 3. November ungefähr um zehn Uhr Morgens. Wilhelm selbst fuhr mit der „Brill“ voraus, und mehr als sechshundert Fahrzeuge folgten ihm mit vollen Segeln. Die Transportschiffe befanden sich in der Mitte, und die Kriegsschiffe, über fünfzig an Zahl, bildeten den äußeren Wehrgürtel. Herbert befehligte die ganze Flotte unter dem Titel eines Generallieutenant-Admirals. Sein Schiff segelte unter der Nachhut und viele englische Seeleute, die von Haß gegen den Papismus erfüllt und durch hohen Sold angelockt waren, dienten unter ihm. Es hatte dem Prinzen viele Mühe gekostet einige hohe holländische Offiziere dazu zu bewegen, daß sie sich dem Oberbefehl eines Ausländers unterwarfen. Diese Anordnung aber war höchst weise. Auf der Flotte des Königs herrschte große Unzufriedenheit und ein glühender Eifer für den protestantischen Glauben. Aber innerhalb der Erinnerung alter Seeleute hatten die holländische und die englische Flotte dreimal mit heldenmüthiger Tapferkeit und wechselndem Glücke um die Herrschaft auf der See gekämpft. Unsere Seeleute hatten den Besen noch nicht vergessen, mit dem Van Tromp den Kanal zu fegen gedroht hatte, und eben so wenig das Feuer, welches De Ruyter auf den Werften des Medway angezündet. Hätten sich die beiden rivalisirenden Nationen noch einmal auf dem Elemente begegnet, auf welchem jede von ihnen die Herrschaft für sich in Anspruch nahm, so würde die gegenseitige Erbitterung keinen andren Gedanken haben aufkommen lassen. Eine blutige und hartnäckige Schlacht würde stattgefunden haben und eine Niederlage wäre für Wilhelm der Todesstoß gewesen. Selbst ein Sieg würde alle seine tief durchdachten politischen Pläne zerstört haben. Er hatte daher wohlweislich beschlossen, die Verfolger, falls er mit ihnen zusammentreffen sollte, in ihrer Muttersprache zu begrüßen und sie durch einen Admiral, unter dem sie gedient hatten, und den sie hochachteten, bitten zu lassen, daß sie nicht gegen alte Kameraden für papistische Tyrannei fechten sollten. Eine solche Aufforderung konnte möglicherweise einem Zusammenstoße vorbeugen. Erfolgte aber dennoch ein solcher, so standen wenigstens zwei englische Befehlshaber einander gegenüber, und der Stolz der Inselbewohner wurde nicht verwundet, wenn sie erfuhren, daß Dartmouth vor Herbert hatte die Flagge streichen müssen.[91]
[91.] Avaux, 12.(22.) Juli u. 14.(24.) Aug. 1688. Herr de Jonge, der mit den Nachkommen des holländischen Admirals Evertson verwandt ist, hat die Gefälligkeit gehabt, mir einige aus Familienpapieren entnommene interessante Notizen mitzutheilen. In einem vom 6.(16.) Sept. 1688 datirten Briefe an Bentinck legt Wilhelm ein großes Gewicht auf die Nothwendigkeit, einen Zusammenstoß zu vermeiden und bittet Bentinck darum, dies Herbert vorzustellen. „Ce n’est pas le tems de faire voir sa bravoure, ni de se battre si l’on le peut éviter. Je luy l’ai déjà dit, mais il sera nécessaire que vous le répétiez, et que vous le luy fassiez bien comprendre.“
Er passirt die Meerenge. [Zum] Glück war Wilhelm’s Vorsicht überflüssig. Bald nach Mittag passirte er die Meerenge. Seine Flotte breitete sich auf eine Meile Entfernung von Dover im Norden und von Calais im Süden aus. Die Kriegsschiffe auf der äußersten Rechten und der äußersten Linken begrüßten beide Festungen gleichzeitig. Die Truppen traten auf dem Verdeck unters Gewehr, und das Geschmetter der Trompeten, der Klang der Cymbeln und der Trommelwirbel wurden an der englischen und der französischen Küste zu gleicher Zeit deutlich gehört. Eine unzählige Menge Neugieriger verdunkelte das weiße Gestade von Kent. Eine nicht minder zahlreiche Menge bedeckte die Küste der Picardie. Rapin de Thoyras, der durch Verfolgung aus seinem Vaterlande vertrieben, in der holländischen Armee Dienste genommen hatte und den Prinzen nach England begleitete, schilderte viele Jahre später das Schauspiel als das prächtigste und erhabenste, das je ein menschliches Auge gesehen. Bei Sonnenuntergang befand sich die Flotte auf der Höhe von Beachy Head. Jetzt wurden die Lichter angezündet. Das Meer strahlte davon viele Meilen im Umkreise. Aber die Blicke aller Steuermänner waren die ganze Nacht hindurch auf drei kolossale Laternen gerichtet, welche am Spiegel der „Brill“ leuchteten.[92]
Unterdessen war von Dover ein Courier nach Whitehall abgeschickt worden mit der Nachricht, daß die holländische Flotte die Meerenge passirt habe und westwärts steure. Dies machte eine sofortige Abänderung aller militairischen Anordnungen nöthig. Nach allen Richtungen hin wurden Eilboten ausgesandt, die Offiziere mitten in der Nacht aus den Betten geholt. Am Sonntag Morgen um drei Uhr fand in Hyde Park eine große Musterung bei Fackelschein statt. In der Voraussetzung, daß Wilhelm in Yorkshire landen werde, hatte der König mehrere Regimenter nach dem Norden geschickt. Es wurden unverzüglich Expresse abgefertigt, um sie zurückzurufen. Alle Truppen bis auf diejenigen, welche zur Aufrechthaltung der Ruhe in der Hauptstadt nöthig waren, wurden nach dem Westen beordert. Salisbury war zum Sammelplatz bestimmt; da man es aber für möglich hielt, daß Portsmouth der erste Angriffspunkt werden könnte, so brachen drei Bataillone Garden und ein starkes Kavalleriecorps nach dieser Festung auf. In einigen Stunden erfuhr man, daß Portsmouth sicher sei, und die Truppen erhielten deshalb sofort den Befehl, umzukehren und nach Salisbury zu eilen.[93]
[92.] Rapin’s History; Whittle’s Exact Diary. Ich habe einen aus der damaligen Zeit herrührenden Plan von der Ordnung gesehen, in welcher die Flotte segelte.
[93.] Adda, 5.(15.) Nov. 1688; Neuigkeitsbrief in der Mackintosh-Sammlung; Citters, 6.(16.) Nov.