[118.] Clarke’s Life of James, 220, 221.

[119.] Eachard’s History of the Revolution.

Seymour. [Der] Bedeutendste von den Neuangekommenen aber war Seymour, der unlängst eine Baronetschaft geerbt hatte, welche jedoch seinen Rang wenig erhöhte, und der in Folge seiner Geburt, seines politischen Ansehens und seiner parlamentarischen Talente entschieden der erste Torygentleman Englands war. Bei seiner ersten Audienz soll er seinen characteristischen Stolz in einer Weise geäußert haben, die den Prinzen überraschte und ergötzte. „Soviel ich weiß, Sir Eduard,“ sagte Wilhelm, der sehr artig zu sein glaubte, „gehören Sie zur Familie des Herzogs von Somerset?“ — „Entschuldigen Sie, Sire,“ entgegnete Sir Eduard, der nie vergaß, daß er das Oberhaupt der älteren Linie der Seymour war, „der Herzog von Somerset ist ein Mitglied meiner Familie“.[120]

[120.] Seymour’s Antwort an Wilhelm wird von vielen Schriftstellern mitgetheilt. Sie hat große Ähnlichkeit mit einer Anekdote, die man sich von der Familie Manriquez erzählt. Sie soll zu ihrer Devise die Worte gewählt haben: „Nos no descendemos de los Reyes, sino los Reyes descienden de nos.“ — Carpentariana.

Wilhelm’s Hoflager in Exeter. [Das] Hauptquartier Wilhelm’s fing nun an das Aussehen eines Hofes zu gewinnen. Mehr als sechzig angesehene und vermögende Männer wohnten in Exeter und die tägliche Schaustellung von glänzenden Livreen und sechsspännigen Equipagen auf dem Domplatz verlieh diesem stillen Orte etwas von dem in Whitehall herrschenden Glanze und Leben. Das gemeine Volk konnte es kaum erwarten, die Waffen zu ergreifen, und man hätte mit Leichtigkeit mehrere Bataillone Infanterie bilden können. Schomberg aber, der auf frisch vom Pfluge genommene Soldaten wenig Werth legte, war der Meinung, daß, wenn das Unternehmen nicht ohne solche Hülfe gelingen könne, es überhaupt gar nicht gelingen würde, und Wilhelm, der das Kriegshandwerk eben so genau kannte als Schomberg, theilte diese Ansicht. Es wurden daher nur wenige neue Regimenter errichtet und nur auserlesene Rekruten dazu genommen.

Man hielt es jetzt für wünschenswerth, daß der Prinz die sämmtlichen in Exeter anwesenden Edelleute und Gentlemen öffentlich empfing. Er hielt eine kurze, aber würdevolle und wohl durchdachte Anrede an sie. Er sagte, er kenne nicht alle um ihn Versammelten persönlich, aber er habe eine Liste ihrer Namen und wisse, wie hoch sie in der Achtung ihres Vaterlandes ständen. Er tadelte mit milden Worten ihr spätes Erscheinen, sprach aber die zuversichtliche Hoffnung aus, daß es noch nicht zu spät sei, das Königreich zu retten. „Somit,“ schloß er, „heißen wir Euch, Gentlemen, Freunde und Mitprotestanten, sowie Eure Begleiter an unsrem Hofe und in unsrem Lager herzlich willkommen.“[121]

Seymour, ein seit langer Zeit an die Parteitaktik gewöhnter Staatsmann von scharfem Blicke, erkannte sogleich, daß die Partei, welche sich um den Prinzen zu schaaren begonnen hatte, der Organisation bedurfte. Bis jetzt, sagte er, sei sie nur ein Sandhaufen, kein gemeinsamer Zweck sei öffentlich und feierlich angekündigt worden, Niemand habe sich noch zu etwas verpflichtet. Sobald die Versammlung in der Dechanei wieder auseinander gegangen war, ließ er Burnet rufen und schlug ihm vor, daß ein Bund gebildet werden und alle englischen Anhänger des Prinzen eine Urkunde unterzeichnen sollten, durch welche sie sich zur Treue gegen ihren Führer und gegen einander verpflichteten. Burnet theilte diesen Vorschlag dem Prinzen und Shrewsbury mit, die ihn Beide billigten. Es wurde eine Versammlung in der Kathedrale gehalten und Burnet legte einen Entwurf vor, der angenommen und eifrig unterzeichnet wurde. Die Unterzeichner verpflichteten sich, die in der Erklärung des Prinzen dargelegten Zwecke einmüthig zu verfolgen, ihm und sich selbst gegenseitig beizustehen, gegen Jeden, der ein Attentat auf seine Person unternehmen sollte, exemplarische Rache zu üben und selbst wenn ein solches Attentat unglücklicherweise gelingen sollte, in ihrem Unternehmen zu beharren, bis die Freiheiten und die Religion des Volks wirksam gesichert seien.[122]

Um die nämliche Zeit kam ein Bote vom Earl von Bath, der in Plymouth commandirte, in Exeter an. Bath erklärte, daß er seine Person, seine Mannschaft und die Festung, deren Gouverneur er war, dem Prinzen zur Verfügung stelle. So hatten die Angreifenden keinen einzigen Feind mehr im Rücken.[123]

[121.] Fourth Collection of Papers, 1688; Brief von Exon; Burnet, I. 792.

[122.] Burnet, I. 792; History of the Desertion; Second Collection of Papers, 1688.