Während sich so rings um den König Feinde erhoben, wichen die Freunde mehr und mehr von seiner Seite. Jedermann hatte sich mit dem Gedanken des Widerstandes vertraut gemacht. Viele, die mit Abscheu die Nachricht von den ersten Abfällen vernommen, machten sich jetzt Vorwürfe, daß sie die Zeichen der Zeit so spät erkannt hatten. Man konnte jetzt ohne Schwierigkeit und Gefahr mit Wilhelm verkehren. Indem der König die Nation zur Erwählung von Vertretern aufforderte, hatte er Jedermann stillschweigend ermächtigt, sich an diejenigen Orte zu begeben, wo er Stimmen oder Einfluß hatte, und viele von diesen Orten waren schon von Truppen Wilhelm’s oder von Insurgenten besetzt. Clarendon ergriff begierig diese Gelegenheit, um sich von der verlornen Sache loszusagen. Er wußte, daß er mit seiner Rede in der berathenden Versammlung der Peers unverzeihlichen Anstoß gegeben hatte, und es verdroß ihn, daß er nicht mit zum königlichen Commissar ernannt worden war. Er hatte Besitzungen in Wiltshire. Er beschloß, daß sein Sohn, von dem er noch unlängst mit tiefem Schmerz und Abscheu gesprochen, ein Wahlcandidat für diese Grafschaft werden sollte und unter dem Vorwande, für diese Wahl die nöthigen Veranstaltungen zu treffen, begab er sich nach dem Westen. Seinem Beispiele folgte sehr bald der Earl von Oxford und Andere, welche bisher jede Connection mit der Unternehmung des Prinzen von sich gewiesen hatten.[154]

Inzwischen waren die Eingedrungenen, langsam aber unaufgehalten vorrückend, der Hauptstadt bis auf siebzig Meilen nahe gekommen. Obgleich die Mitte des Winters vor der Thür war, hatte man doch schönes Wetter, der Weg war angenehm und die grünen Wiesen der Ebene von Salisbury erschienen den Truppen, die sich durch die kothigen Gleise der Landstraßen von Devonshire und Somersetshire hindurchgearbeitet hatten, von üppiger Weichheit. Der Marsch der Armee ging über Stonehenge, wo ein Regiment nach dem andren Halt machte, um diese geheimnißvolle Ruine anzusehen, die auf dem ganzen Continent als das größte Wunder unsrer Insel bekannt ist. Wilhelm zog mit demselben militairischen Pomp, den er in Exeter entfaltet hatte, in Salisbury ein und stieg in dem Palaste ab, den wenige Tage zuvor der König bewohnt hatte.[155]

[149.] Brand’s History of Newcastle; Tickell’s History of Hull.

[150.] Ein Bericht über die Vorgänge in Norwich findet sich noch in mehreren Sammlungen in der Originalschrift. Siehe auch die Fourth Collection of Papers, 1688.

[151.] Clarke’s Life of James, II. 233; Handschriftliches Memoir der Familie Harley in der Mackintosh-Sammlung.

[152.] Citters, 9.(19.) Dec. 1688; Brief des Bischofs von Bristol an den Prinzen von Oranien vom 5. Dec. 1688, in Dalrymple.

[153.] Citters, 27. Nov. (7. Dec.) 1688; Clarendon’s Diary, Dec. 11; Song on Lord Lovelace’s entry into Oxford, 1688; Burnet I. 793.

[154.] Clarendon’s Diary, Dec. 2, 3, 4, 5. 1688.

[155.] Whittle’s Exact Diary; Eachard’s History of the Revolution.

Clarendon schließt sich in Salisbury dem Prinzen an. [Hier] wurde sein Gefolge durch die Earls von Clarendon und von Oxford und andere hochgestellte Männer vermehrt, welche noch vor einigen Tagen als eifrige Royalisten betrachtet worden waren. Auch Citters erschien im holländischen Hauptquartier. Er war seit einigen Wochen in seinem Hause bei Whitehall unter der beständigen Aufsicht einander ablösender Spione fast ein Gefangener gewesen. Doch trotz dieser Spione und vielleicht mit ihrer Beihülfe hatte er sich von Allem was im Palast vorging genaue Kenntniß zu verschaffen gewußt und er kam nun mit werthvollen Notizen über Menschen und Dinge reich versehen, um Wilhelm durch seinen Rath zu unterstützen.[156]