[7.] In Betreff Montaigne’s siehe Halifax’ Brief an Cotton. Ich weiß nicht, ob Halifax’ Kopf in der Westminsterabtei nicht ein richtigeres Bild von ihm giebt als alle gemalten oder gestochenen Portraits, die ich von ihm gesehen habe.
[8.] Siehe Danby’s Einleitung zu den Actenstücken, die er 1710 veröffentlichte, so wie auch Burnet, I. 764.
Nottingham. [Danby] und Compton wünschten Beide, sich der Unterstützung Nottingham’s zu versichern. Der ganze Plan wurde ihm mitgetheilt und er billigte denselben. Aber schon nach wenigen Tagen fing er an besorgt zu werden. Seine Seele war nicht stark genug, um sich von anerzogenen Vorurtheilen loszureißen. Er ging von einem Geistlichen zum andern, legte ihnen in allgemeinen Ausdrücken angenommene Fälle von Tyrannei vor und fragte sie, ob in solchen Fällen der Widerstand erlaubt sei. Die Antworten, die er erhielt, vermehrten seine Angst. Endlich sagte er seinen Mitverschwornen, daß er nicht weiter mit ihnen gehen könne. Wenn sie ihn für fähig hielten, sie zu verrathen, so sollten sie ihn umbringen, und er werde sie schwerlich deshalb tadeln, denn indem er zurücktrete, nachdem er so weit gegangen sei, gebe er ihnen eine Art von Recht über sein Leben. Er versichere aber, daß sie von ihm nichts zu fürchten hatten; er werde ihr Geheimniß streng bewahren und könne nicht anders als ihnen den besten Erfolg wünschen, aber sein Gewissen gestatte ihm nicht, thätigen Antheil an einem Aufstande zu nehmen. Sie vernahmen sein Bekenntniß mit Argwohn und Verachtung. Sidney, der sehr unbestimmte Begriffe von Gewissensscrupeln hatte, benachrichtigte den Prinzen, daß Nottingham Angst bekommen habe. Man ist es jedoch Nottingham schuldig, zu sagen, daß sein allgemeiner Lebenswandel uns zu dem Glauben berechtigt, daß er bei dieser Gelegenheit durchaus rechtschaffen, wenn auch höchst unklug und unentschlossen handelte.[9]
[9.] Burnet, I. 764; Sidney an den Prinzen von Oranien, 30. Juni 1688, in Dalrymple.
Lumley. [Einen] vollständigeren Erfolg hatten die Agenten des Prinzen bei Lord Lumley, der wohl wußte, daß er trotz des hochwichtigen Dienstes, den er zur Zeit des Aufstandes im Westen geleistet, in Whitehall nicht blos als Ketzer, sondern als Renegat verhaßt war, und der sich daher mehr als die meisten gebornen Protestanten danach sehnte, zur Vertheidigung des Protestantismus die Waffen zu ergreifen.[10]
[10.] Burnet, I. 763; Lumley an Wilhelm, 31. Mai 1688 in Dalrymple.
Absendung der Einladung an Wilhelm. [Im] Monat Juni hatten die ins Geheimniß Eingeweihten häufige Zusammenkünfte, und am Letzten dieses Monats, dem Tage, an welchem die Bischöfe für nichtschuldig erklärt wurden, geschah endlich der entscheidende Schritt. Es wurde eine von Sidney geschriebene, aber von einer in der Abfassung derartiger Aufsätze geübteren Person entworfene förmliche Einladung nach dem Haag abgeschickt. In diesem Schreiben wurde Wilhelm versichert, daß neunzehn Zwanzigstel des englischen Volks sich nach einer Änderung sehnten und sich gern zur Herbeiführung einer solchen verbinden würden, wenn sie den Beistand einer solchen auswärtigen Macht erlangen könnten, welche die sich in Waffen Erhebenden vor der Gefahr sichere, zerstreut und niedergehauen zu werden, ehe sie sich in irgend einer militairischen Ordnung formiren könnten. Wenn Seine Hoheit an der Spitze eines Truppencorps in England erschiene, würden viele Tausende zu seinen Fahnen eilen, und er würde bald über eine der regulären Armee Englands weit überlegene Streitmacht zu verfügen haben. Überdies könne sich die Regierung selbst auf diese Armee nicht unbedingt verlassen. Die Offiziere seien unzufrieden und die gemeinen Soldaten theilten den Widerwillen gegen den Papismus, der in dem Stande, welchem sie angehörten, allgemein sei. Bei der Seemacht sei die protestantische Gesinnung noch allgemeiner. Es sei daher von Wichtigkeit, daß ein entscheidender Schritt geschehe, so lange sich die Dinge in diesem Zustande befänden. Das Unternehmen würde viel schwieriger sein, wenn es verschoben würde, bis der König durch Umgestaltung der Wahlkörper und der Regimenter sich ein Parlament und ein Heer gebildet habe, auf die er sich verlassen könnte. Die Verschwornen baten demnach den Prinzen dringend, so schleunig als möglich zu ihnen zu kommen. Sie gaben ihr Ehrenwort darauf, daß sie sich ihm anschließen würden und machten sich anheischig, die Mitwirkung einer so großen Anzahl Personen zu erlangen, als man ohne Gefahr in ein so wichtiges und gefährliches Geheimniß ziehen könne. Über einen Punkt hielten sie es für ihre Pflicht, Seiner Hoheit eine Vorstellung zu machen. Er habe die Meinung der großen Masse der Engländer über die kürzliche Geburt eines Prinzen nicht zu seinem Vortheile benutzt, sondern im Gegentheil Glückwünsche nach Whitehall gesandt, wodurch es scheinen müsse, als ob das Kind, welches den Namen eines Prinzen von Wales bekommen habe, der rechtmäßige Erbe des Thrones sei. Dies sei ein großer Fehler gewesen und habe den Eifer abgekühlt. Nicht Einer unter Tausend zweifle daran, daß der Knabe untergeschoben sei und der Prinz würde seinen Vortheil nicht richtig erkennen, wenn er nicht die verdächtigen Umstände, welche die Niederkunft der Königin begleitet hätten, unter den Gründen für seine bewaffnete Erhebung obenan stelle.[11]
Dieses Schreiben war mit den Namenschiffern der sieben Oberhäupter der Verschwörung, Shrewsbury, Devonshire, Danby, Lumley, Compton, Russell und Sidney, unterzeichnet. Herbert übernahm das Amt des Überbringers. Seine Sendung war mit nicht geringer Gefahr verknüpft. Er legte die Tracht eines gemeinen Matrosen an und erreichte am Freitag nach dem Prozesse der Bischöfe die niederländische Küste. Er eilte augenblicklich zu dem Prinzen. Bentinck und Dyckvelt wurden gerufen und es vergingen mehrere Tage unter Berathungen. Das erste Resultat dieser Berathungen war, daß das Gebet für den Prinzen von Wales nicht mehr in der Kapelle des Prinzen verlesen wurde.[12]
[11.] Siehe die ausführliche Einladung bei Dalrymple.
[12.] Sidney’s Brief an Wilhelm, 30. Juni 1688; Avaux, 11.(21.), 12.(22.) Juli.