Ich brauche wohl nicht zu sagen, daß Sakil Sackville und daß Laurus eine Umschreibung des bekannten Spottnamens Bayes ist.

[32.] Kaum ein andrer Mann der damaligen Zeit wird in Flugschriften und Satiren häufiger erwähnt als Howe. In der berüchtigten Petition of Legion wird er „das schamlose Ärgerniß der Parlamente“ genannt. Merkwürdig ist auch was Mackay über ihn sagt. In einem 1690 geschriebenen Gedicht, daß ich nur als Manuscript gesehen habe, kommt folgende Stelle vor.

„Zuerst Jack Howe mit seinem furchtbaren Talent;

Glücklich das Weib, das seinem Spottlied entgeht;

Gegen die Damen sein Muth keine Grenzen kennt;

Vor dem Dragoner er mit gezogenem Hute steht.“

Untergeordnete Ernennungen. [Die] niederen Stellen bei allen öffentlichen Ämtern wurden unter beide Parteien vertheilt; der größere Antheil aber kam auf die Whigs. Einige Personen, die dem Namen Whig wenig Ehre machten, wurden in der That glänzend für Dienste belohnt, die kein braver Mann geleistet haben würde. Wildman wurde zum Generalpostmeister ernannt, und Ferguson erhielt eine einträgliche Sinekure bei der Steuererhebung. Das Amt des Schatz-Prokurators war eben so wichtig als verhaßt. Dieser Beamte hatte politische Prozesse zu führen, die Beweise zu sammeln, den Anwalt der Krone zu instruiren, dafür zu sorgen, daß die Gefangenen nicht gegen ungenügende Bürgschaft in Freiheit gesetzt wurden, und darauf zu sehen, daß die Juries nicht aus regierungsfeindlichen Personen zusammengesetzt wurden. Zu den Zeiten Karl’s und Jakob’s waren die Schatz-Prokuratoren mit nur zu gutem Grunde beschuldigt worden, daß sie gegen dem Hofe mißliebige Personen die empörendsten Chikanen anwendeten. Die neue Regierung hätte hier eine Wahl treffen sollen, die über jeden Verdacht erhaben war. Leider entschieden sich Mordaunt und Delamere für Aaron Smith, einen hämischen und characterlosen Politiker, der in den Tagen der papistischen Verschwörung der Rechtsbeistand des Titus Oates und in das Ryehousecomplot tief verwickelt gewesen war. Richard Hampden, ein Mann von entschiedenen Ansichten, aber von gemäßigter Gesinnung, erhob Einwendungen gegen diese Ernennung. Aber seine Einwürfe wurden nicht beachtet. Die Jakobiten, welche Smith haßten und auch Ursache dazu hatten, behaupteten er habe seine Stelle dadurch erlangt, daß er den Lords des Schatzes die Hölle heiß gemacht, und besonders ihnen gedroht habe, es würde Hampden das Leben kosten, wenn sie seine (Smith’s) gerechten Ansprüche nicht befriedigten.[33]

[33.] Sprat’s True Account; Letter to Chief Justice Holt, 1694; Letter to Secretary Trenchard, 1694.

Die Convention in ein Parlament verwandelt. [Es] vergingen einige Wochen, ehe die vorerwähnten Ernennungen öffentlich bekannt gemacht wurden, und währenddem hatte sich viel Wichtiges ereignet. Sobald der neue Geheimrath vereidigt war, mußte demselben eine ernste und dringliche Frage vorgelegt werden. Konnte die gegenwärtig tagende Convention in ein Parlament verwandelt werden? Die Whigs, welche eine überwiegende Majorität im Unterhause hatten, waren sämmtlich für die Bejahung dieser Frage. Die Tories dagegen, welche wußten, daß die öffentliche Stimmung sich während des letzten Monats bedeutend verändert hatte, und von einer allgemeinen Wahl eine ansehnliche Verstärkung hofften, waren für die Verneinung. Sie behaupteten, daß zum Bestehen eines Parlaments königliche Ausschreiben unerläßlich seien. Die Convention sei nicht durch solche Ausschreiben einberufen worden und dieser ursprüngliche Mangel könne jetzt nicht nachgeholt werden; daher seien die beiden Häuser bloße Privatklubbs und müßten sofort auseinandergehen.

Darauf wurde ihnen erwiedert, das königliche Ausschreiben sei eine bloße Formalität und es würde der unvernünftigste Irrwahn sein, wenn man um einer hohlen Form willen das Wesen unserer Gesetze und Freiheiten bedenklichen Zufällen aussetzen wollte. Wo immer man den Souverain, die geistlichen und weltlichen Peers und die von den Wahlkörpern des Reichs frei gewählten Volksvertreter versammelt sähe, habe man das Wesen eines Parlaments. Ein solches Parlament sei jetzt da, und könne es wohl etwas Thörichteres geben, als es zu einem Zeitpunkte aufzulösen, wo jede Stunde kostbar sei, wo zahlreiche wichtige Angelegenheiten sofortige gesetzmäßige Erledigung verlangten, und wo dem Staate Gefahren drohten, welche nur durch die vereinten Anstrengungen des Königs, der Lords und der Gemeinen abgewendet werden könnten? Ein Jakobit könne sich allerdings aus haltbaren Gründen weigern, diese Convention als ein Parlament anzuerkennen, denn er sei der Ansicht, daß sie von vornherein eine ungesetzliche Versammlung gewesen, daß alle ihre Beschlüsse ungültig und die Souveraine, die sie eingesetzt, Usurpatoren seien. Mit welcher Consequenz aber könne irgend einer von Denen, welche behaupteten, es müsse unverweilt durch Ausschreiben unter dem großen Siegel Wilhelm’s und Marien’s ein neues Parlament einberufen werden, die Autorität in Frage stellen, welche Wilhelm und Marien auf den Thron gesetzt habe? Wer Wilhelm als rechtmäßigen König ansähe, müsse nothwendig auch die Körperschaft von der dieser König sein Recht habe, als rechtmäßigen Großen Rath des Landes betrachten. Nach dem nämlichen Grundsatze könnten Diejenigen, welche ihn zwar nicht als einen rechtmäßigen König betrachteten, aber doch der Überzeugung seien, daß sie ihm als factischen Könige den Huldigungseid leisten dürften, sicherlich auch die Convention als ein factisch bestehendes Parlament anerkennen. Es liege auf der Hand, daß die Convention die Urquelle sei, aus der die Autorität aller zukünftigen Parlamente abgeleitet werden und daß von der Rechtsgültigkeit der Beschlüsse der Convention die Rechtsgültigkeit jedes zukünftigen Gesetzes abhängen müsse. Wie könne der Strom höher steigen als die Quelle? Sei es nicht eine Absurdität, wenn man behaupten wolle, die Convention sei die höchste Macht im Staate, und doch eine Null, sie sei eine Legislatur für den höchsten aller Zwecke, und doch keine Legislatur für die geringfügigsten Zwecke; sie sei befugt, den Thron für erledigt zu erklären, die Thronfolge abzuändern, die Grenzen der Verfassung zu bestimmen, und doch nicht befugt, die unbedeutendste Verordnung zur Ausbesserung eines Hafendammes oder zur Erbauung einer Pfarrkirche zu erlassen?