Jede Schätzung, die man jetzt von dem Werthe des Eigenthums machen kann, das während jenes furchtbaren Racenkampfes zerstört wurde, muß nothwendig sehr ungenau sein. Indessen fehlt es uns nicht gänzlich an Material zu einer solchen Schätzung. Die Quäker waren weder eine sehr zahlreiche noch eine sehr wohlhabende Klasse. Wir dürfen schwerlich annehmen, daß sie mehr als ein Fünfzigstel der protestantischen Bevölkerung Irland’s bildeten oder daß sie mehr als ein Fünfzigstel des protestantischen Vermögens in Irland besaßen. Überdies wurden sie unzweifelhaft schonender behandelt als irgend eine andre protestantische Secte. Jakob war stets für sie eingenommen gewesen, sie gestehen selbst, daß Tyrconnel sein Möglichstes that, um sie zu schützen, und sie scheinen selbst vor den Augen der Rapparees Gnade gefunden zu haben.[43] Und doch schlugen die Quäker ihre pekuniären Verluste auf hunderttausend Pfund Sterling an.[44]
[37.] Im französischen Kriegsministerium befindet sich ein Bericht über den Zustand Irland’s im Februar 1689. In diesem Bericht heißt es, daß die Zahl der als Soldaten eingereihten Irländer fünfundvierzigtausend betrage, daß sie aber auf hunderttausend gestiegen sein würde, wenn Alle die sich freiwillig stellten, angenommen worden wären. Siehe auch: The Sad and Lamentable Condition of the Protestants in Ireland, 1689; Hamilton’s True Relation, 1690; The State of Papist and Protestant Properties in the Kingdom of Ireland, 1689; A true Representation to the King and People of England how Matters were carried on all along in Ireland, licensed Aug. 16. 1689; Letter from Dublin, 1689; Ireland’s Lamentation, 1689; Compleat History of the Life and Military Actions of Richard, Earl of Tyrconnel, Generalissimo of all the Irish forces now in arms, 1689.
[38.] Siehe die Verhandlungen in den State Trials.
[39.] King, III. 10.
[40.] Zehn Jahre, sagt der französische Gesandte; zwanzig Jahre, sagt ein protestantischer Flüchtling.
[41.] Animadversions an the proposal for sending back the nobility and gentry of Ireland, 1689/90.
[42.] King, III. 10; The Sad Estate and Condition of Ireland, as represented in a Letter from a Worthy Person who was in Dublin on Friday last, March 4. 1689; Short View by a Clergyman, 1689; Lamentation of Ireland, 1689; Compleat History of the Life and Actions of Richard, Earl of Tyrconnel, 1689; The Royal Voyage, aufgeführt 1689 und 1690. Dieses Stück, das, wenn ich nicht irre, in der Bartholomäusmesse gegeben wurde, ist eines der interessantesten von einer interessanten Gattung von Compositionen, welche zwar jedes literarischen Werthes ermangeln, aber deshalb von Bedeutung sind, weil sie zeigen, was damals die erfolgreichste Lockspeise für ein aus gemeinem Volke bestehendes Publikum war. „Der Zweck dieses Schauspiels,“ sagt der Verfasser in seiner Vorrede, „ist namentlich der, den perfiden, gemeinen, feigen und blutdürstigen Character der Irländer vor Augen zu führen.“ Was die flüchtigen Protestanten von der muthwilligen Vernichtung des Viehes erzählen, wird von Avaux in einem vom 13.(23.) April 1689 datirten Briefe an Ludwig, und von Desgrigny in einem vom 17.(27.) Mai 1690 datirten Schreiben an Louvois bestätigt. Die meisten Depeschen, welche Avaux während seines Aufenthalts in Irland schrieb, sind in einem Werke enthalten, das vor einigen Jahren im englischen auswärtigen Amte in wenigen Exemplaren gedruckt wurde. Viele habe ich auch im französischen Ministerium des Auswärtigen abgeschrieben. Die Briefe von Desgrigny, der im Commissariat angestellt war, fand ich in der Bibliothek des französischen Kriegsministeriums. Ich kann die Bereitwilligkeit und Zuvorkommenheit, mit der mir die reichen und vortrefflich geordneten Schätze interessanter Belehrung in Paris geöffnet wurden, nicht genug rühmen.
[43.] „Eine eigenthümliche Erscheinung, welche nie vergessen werden darf, war, daß Diejenigen, welche damals (zu Ende des Jahres 1688) an der Spitze der Regierung standen, uns zu begünstigen und sich unsre Freundschaft bewahren zu wollen schienen.“ History of the Rise and Progress of the People called Quakers in Ireland, by Wight and Rutty, Dublin 1751. King wirft in der That (III. 17.) den Quäkern vor, daß sie Verbündete und Werkzeuge der Papisten gewesen seien.
[44.] Wight and Rutty.
Die Protestanten in Süden unfähig Widerstand zu leisten. [In] Leinster, Munster und Connaught war es den englischen Ansiedlern ihrer geringen und zersplitterten Anzahl wegen rein unmöglich, dem furchtbaren Andrange der eingebornen Bevölkerung einen erfolgreichen Widerstand entgegenzusetzen. Charleville, Mallow und Sligo fielen in die Gewalt der Eingebornen. Bandon, wo die Protestanten eine ansehnlichere Streitmacht zusammengezogen hatten, wurde durch den Generalleutnant Macarthy, einen Officier, der aus einer der vornehmsten celtischen Familien abstammte und unter einem angenommenen Namen lange in der französischen Armee gedient hatte, zur Übergabe gezwungen.[45] Die Bewohner von Kenmare hielten sich in ihrer kleinen Festung, bis sie von dreitausend regulären Soldaten angegriffen wurden und bis sie erfuhren, daß mehrere Kanonen herbeigeschafft würden, um den Erdwall zu zerstören, der das Haus des Agenten umgab. Da endlich wurde eine Capitulation abgeschlossen, und den Colonisten gestattet, sich auf einem mit Lebensmitteln und Wasser spärlich versehenen kleinen Fahrzeuge einzuschiffen. Sie hatten keinen erfahrenen Schiffer an Bord; doch nach einer vierzehntägigen Seereise, während der sie wie die Neger auf einem Sklavenschiffe zusammengepfercht waren und vor Hunger und Durst fast umkamen, erreichten sie wohlbehalten den Hafen von Bristol.[46] Wenn solcher Art das Schicksal der Städte war, so lag es auf der Hand, daß die Landsitze, welche die protestantischen Gutsbesitzer unlängst in den drei südlichen Provinzen befestigt hatten, sich nicht länger zu halten vermochten. Viele Familien unterwarfen sich, lieferten ihre Waffen ab und schätzten sich glücklich, daß sie mit dem Leben davon kamen. Viele beherzte und tapfere Gentlemen und Freisassen aber waren entschlossen lieber umzukommen, als sich zu ergeben. Sie packten das leicht transportable werthvolle Eigenthum zusammen, verbrannten das was sie nicht mitnehmen konnten und brachen wohl bewaffnet und beritten nach den Orten in Ulster auf, welche die Besten ihres Stammes und ihres Glaubens waren. Die Elite der protestantischen Bevölkerung von Munster und Connaught fand in Enniskillen ein Asyl. Die Tapferen und Entschlossenen von Leinster schlugen den Weg nach Londonderry ein.[47]