[45.] Life of James, II. 327. Orig. Mem. Macarthy und sein fingirter Name werden mehrere Male von Dongeau erwähnt.
[46.] Exact Relation of the Persecutions, Robberies and Losses sustained by the Protestants of Killmare in Ireland, 1689.
[47.] A true Representation to the King and People of England how Matters were carried on all along in Ireland by the late King James, licensed Aug. 16. 1689; A True Account of the Present State of Ireland by a Person that with Great Difficulty left Dublin, licensed June 8. 1689.
Enniskillen und Londonderry halten sich. [Der] Muth Enniskillen’s und Londonderry’s stieg angesichts der Gefahr immer höher und höher. An beiden Orten wurden die Nachrichten von dem was die Convention zu Westminster gethan, mit unbeschreiblicher Freude aufgenommen. Wilhelm und Marie wurden in Enniskillen mit einmüthigem Enthusiasmus und mit demjenigen Pomp proklamirt, den die kleine Stadt erschwingen konnte.[48] Lundy, der in Londonderry commandirte, durfte es nicht wagen, der allgemeinen Gesinnung der Bürger und seiner eigenen Soldaten entgegenzutreten. Er kündigte daher seinen Beitritt zu der neuen Regierung an und unterschrieb eine Erklärung, durch die er sich verpflichtete, treu zu dieser Regierung zu stehen, widrigenfalls er als ein Feigling und Verräther betrachtet sein wollte. Ein Schiff aus England brachte bald ein Patent von Wilhelm und Marien, das ihn in seinem Posten bestätigte.[49]
[48.] Hamilton’s Actions of the Inniskilling Men, 1689.
[49.] Walker’s Account, 1689.
Richard Hamilton marschirt mit einer Armee nach Ulster. [Die] Protestanten von Ulster zur Unterwerfung zu zwingen, bevor Unterstützung aus England eintreffen konnte, war jetzt Tyrconnel’s Hauptzweck. Eine starke Truppenmacht wurde unter dem Commando Richard Hamilton’s nach dem Norden dirigirt. Dieser Mann hatte alle Verpflichtungen, welche einem Gentleman und Soldaten am heiligsten sind, mit Füßen getreten, war gegen seine Freunde, die Temple, meineidig geworden, hatte sein militärisches Ehrenwort gebrochen, und schämte sich jetzt nicht als General gegen eine Regierung ins Feld zu ziehen, der er sich als Gefangener zu stellen verpflichtet war. Sein Marsch hinterließ in dem Aussehen des Landes Spuren, welche auch dem sorglosesten Auge viele Jahre hindurch nicht unbemerkt bleiben konnten. Seine Armee war von einem Gesindel begleitet, das Keating sehr richtig mit den unsauberen Raubvögeln verglichen hatte, die sich jederzeit da sammeln, wo es stark nach Aas riecht. Der General erklärte, daß es sein aufrichtiger Wille sei, alle Protestanten, welche ruhig zu Hause blieben, vor Verderben und Gewaltthätigkeiten zu behüten, und gewährte ihnen mit größter Bereitwilligkeit von ihm eigenhändig unterschriebene Schutzbriefe. Aber diese Schutzbriefe erwiesen sich als nutzlos und er mußte eingestehen, daß er zwar seine Soldaten im Zaume halten könne, aber unter dem Pöbeltroß, der seiner Armee folgte, keine Ordnung zu halten vermöge. Das Land hinter ihm war eine Wüste, und bald war auch das Land vor ihm in gleichem Maße verödet. Denn bei der Nachricht von seiner Annäherung verbrannten die Colonisten ihre bewegliche Habe, rissen ihre Häuser nieder und zogen sich nach dem Norden zurück. Einige von ihnen versuchten es, bei Dromore Stand zu halten, aber sie wurden durchbrochen und auseinandergesprengt. Nun wurde die Flucht wild und tumultuarisch. Die Fliehenden brachen die Brücken ab und verbrannten die Fähren. Ganze Städte, die Sitze der protestantischen Bevölkerung, wurden zerstört, und kein einziger Bewohner blieb darin. Die Einwohner von Omagh zerstörten ihre Häuser so vollständig, daß kein Dach übrig blieb, das den Feind gegen Wind und Regen hätte schützen können. Die Bewohner von Cavan zogen sämmtlich nach Enniskillen. Es war ein regnerischer, stürmischer Tag und die Wege waren grundlos. Einen herzerschütternden Anblick gewährten die weinenden und ausgehungerten Frauen und Kinder, welche mitten unter den bewaffneten Männern bis an die Knie im Kothe waten mußten. Ganz Lisburn floh nach Antrim, und als der Feind heranrückte, strömte ganz Lisburn und Antrim zusammen nach Londonderry. Dreißigtausend Protestanten beider Geschlechter und jeden Alters waren hinter den Bollwerken der Zufluchtsstadt zusammengedrängt. Hier endlich, am Rande des Oceans, bis in das letzte Asyl gehetzt und zu einer Verzweiflung aufgestachelt, in der der Mensch sich umbringen läßt, sich aber so leicht nicht unterwirft, machte die herrschende Race Front, um dem andringenden Feinde die Spitze zu bieten.[50]
[50.] Mackenzie’s Narrative; Mac Cormick’s Further Impartial Account; Story’s Impartial History of the Affairs of Ireland, 1691; Apology for the Protestants of Ireland; Brief von Dublin vom 25. Febr. 1689; Avaux an Ludwig von 15.(25.) April 1689.
Jakob entschließt sich nach Irland zu gehen. [Inzwischen] waren Mountjoy und Rice in Frankreich angelangt. Mountjoy wurde sogleich festgenommen und in die Bastille geworfen. Jakob beschloß, der von Rice überbrachten Einladung nachzukommen, und bat Ludwig um ein französisches Hülfsheer. Dieser aber, obwohl er in allen Dingen, welche die persönliche Würde und Bequemlichkeit seiner königlichen Gäste betrafen, eine fast romantische Aufmerksamkeit und eine an Verschwendung grenzende Freigebigkeit bewies, hatte keine Lust, ein starkes Truppencorps nach Irland zu schicken. Er sah, daß Frankreich auf dem Continent einen langwierigen Krieg gegen eine mächtige Coalition zu bestehen haben werde, der ungeheure Ausgaben verursachen mußte, und so groß auch die Hülfsquellen des Landes waren, sah er doch ein, wie wichtig es war, nichts zu vergeuden. Er betrachtete die unglücklichen Verbannten, denen er eine so fürstliche Aufnahme hatte zu Theil werden lassen, mit aufrichtigem Mitleid und gutem Willen; doch bei allem Mitleid und gutem Willen konnte es seinem Scharfblicke nicht lange verborgen bleiben, daß sein Bruder von England der einfältigste und verderbteste Mensch von der Welt war. Jakob’s Thorheit, seine Unfähigkeit, die Charactere der Menschen und die Zeichen der Zeit zu erkennen, sein Starrsinn, der sich gerade in solchen Fällen, wo die Klugheit zum Nachgeben rieth, am unbeugsamsten zeigte, und sein Schwanken, das immer am kläglichsten bei solchen Gelegenheiten hervortrat, welche Festigkeit erheischten, hatten seine Vertreibung aus England zur Folge gehabt und konnten auch über Frankreich großes Unheil bringen, wenn man seine Rathschläge blindlings befolgte. Als ein von Rebellen vertriebener legitimer Souverain, als ein von Ketzern verfolgter Bekenner des wahren Glaubens und als ein naher Verwandter des Hauses Bourbon, der um einen Platz am Herde dieses Hauses gebeten, hatte er Anspruch auf Gastfreundschaft, liebevolle Behandlung und Achtung. Es gehörte sich, daß ihm ein stattlicher Palast und ein großer Forst angewiesen wurde, daß die Haustruppen ihm die höchsten militärischen Ehren bezeigten und daß alle Hunde des Großjägermeisters und alle Falken des Großfalconiers zu seiner Verfügung standen. Wenn aber ein Fürst, der, an der Spitze einer großen Flotte und eines großen Landheeres, ein Reich verloren hatte, ohne einen Schlag zu thun, Pläne zu See- und Landfeldzügen vorschlug, wenn ein Fürst, der durch seine völlige Unkenntniß des Characters seiner eigenen Landsleute, seiner eigenen Soldaten, seiner eigenen Diener und seiner eigenen Kinder zu Grunde gegangen war, sich beikommen ließ, für den Eifer und die Treue des irischen Volks stehen zu wollen, dessen Sprache er nicht verstand und dessen Land er noch nie betreten, so mußten seine Vorschläge nothwendig mit Vorsicht aufgenommen werden. Dies waren die Ansichten Ludwig’s und er wurde darin durch seinen Kriegsminister Louvois bestärkt, der aus privaten wie aus öffentlichen Gründen nicht wünschte, daß Jakob von einer starken Truppenmacht begleitet werde. Louvois haßte Lauzun und Lauzun war ein Günstling in Saint-Germain. Er trug den Hosenbandorden, ein Ehrenzeichen, das sehr selten Fremden, welche nicht souveraine Fürsten waren, verliehen worden ist. Man glaubte sogar am französischen Hofe, daß er, um ihn vor den anderen Rittern des höchsten aller europäischen Orden auszuzeichnen, mit dem nämlichen Georg decorirt worden sei, den Karl I. auf dem Schaffot den Händen Juxon’s übergeben hatte.[51] Es war ihm außerdem Hoffnung gemacht worden, daß er, wenn französische Truppen nach Irland geschickt wurden, dieselben commandiren solle, und diese ehrgeizige Hoffnung wollte Louvois vereiteln.[52]
[51.] Mémoires de Madame de la Fayette; Frau von Sévigné an Frau von Grignan vom 28. Febr. 1689.