Fiel Monsieur fluchend auf den staub’gen Grund
Und sterbend biß er noch in’s Gras.“
[94.] Si c’est celuy qui est sorti de France le dernier, qui s’appelloit Richard, il n’a jamais veu de siège, ayant toujour’s servi en Roussillon. — Louvois an Avaux, 3.(13.) Juni 1689.
[95.] Walker; Mackenzie; Avaux an Louvois, 2.(12.), 4.(14.) Mai 1689; Jakob an Hamilton vom 28. Mai (8. Juni) in der Bibliothek der Royal Irish Academy. Louvois schrieb sehr entrüstet an Avaux: „La mauvaise conduite que l’on a tenue devant Londonderry a cousté la vie à M. de Maumont et à M. de Pusignan. Il ne faut pas que sa Majesté Britannique croye qu’en faisant tuer des officiers generaux comme des soldats, on puisse ne l’en point laisser manquer. Ces sortes de gens sont rares en tout pays et doivent estre menagez.“
[96.] Walker; Mackenzie; Avaux, 16.(26.) Juni 1689.
Die Belagerung in eine Blokade verwandelt. [Es] blieb nun nichts weiter übrig als die Wirkung des Hungers zu versuchen. Man wußte, daß die Lebensmittelvorräthe der Stadt nur gering waren, ja man wunderte sich sogar, daß sie so lange ausgereicht hatten. Jetzt wurden alle Maßregeln getroffen, um die fernere Zufuhr von Lebensmitteln abzuschneiden. Alle zur Stadt führenden Landwege wurden auf das Sorgfältigste bewacht. Auf der Südseite am linken Ufer des Foyle lagerten die Reiter, welche Lord Galmoy aus dem Barrowthale begleitet hatten. Ihr Anführer war von allen irischen Offizieren derjenige, den die Protestanten am meisten fürchteten und verabscheuten. Denn er hatte seine Mannschaft mit seltener Geschicklichkeit und Sorgfalt disciplinirt, und man erzählte sich haarsträubende Geschichten von seiner Grausamkeit und Perfidie. Lange Reihen Zelte, bedeckt mit der Infanterie Buttler’s und O’Neils, Lord Slane’s und Lord Gormanstown’s, den Leuten aus Westmeath unter Nugent, den Leuten aus Kildare unter Eustace und den Leuten aus Kerry unter Cavanagh.[97] Der Fluß war mit Forts und Batterien besäumt, welche kein Schiff ohne große Gefahr passiren konnte. Nach einiger Zeit beschloß man, zur noch größeren Sicherheit ungefähr anderthalbe Meile unterhalb der Stadt eine Barrikade quer durch den Strom aufzuwerfen. Zu dem Ende wurden mehrere mit Steinen beladene Böte versenkt und eine Reihe Pfähle in den Grund des Flusses eingerammt. Starke Fichtenstämme, fest an einander gebunden, bildeten einen über eine Viertelmeile langen Sperrbaum, der mit fußdicken Tauen an beiden Ufern wohl befestigt war.[98] Ein großer Steinblock, an welchem das Tau am linken Ufer befestigt war, wurde viele Jahre später fortgeschafft, um behauen und zu einer Säule verarbeitet zu werden. Die Idee wurde jedoch wieder aufgegeben und die rohe Steinmasse liegt noch jetzt nicht weit von ihrem ursprünglichen Platze unter den Bäumen, welche ein reizendes Landhaus, Boom Hall genannt, beschatten. Dicht daneben befindet sich der Brunnen, aus dem die Belagerer tranken, und ein Stück weiter hin ist der Begräbnißplatz, wo sie ihre Gefallenen beerdigten und wo noch in unseren Tagen der Spaten des Gärtners in geringer Tiefe unter dem Rasen und den Blumen auf zahlreiche Schädel und Gebeine gestoßen ist.
[97.] Über die Disciplin der Galmoy’schen Reiter siehe Avaux’ Brief an Louvois vom 10.(20.) September. Entsetzliche Geschichten von der Grausamkeit des Obersten sowohl wie seiner Leute werden in der Short View, by a Clergyman, 1689, und in mehreren anderen Flugschriften aus diesem Jahre erzählt. In Bezug auf die Vertheilung der irischen Truppen sehe man die damals erschienenen Pläne der Belagerung. Eine Liste der Regimenter, die vermuthlich ein Seitenstück zu der im zweiten Buche der Iliade vorkommenden Liste bilden sollte, findet man in der Londeriade.
[98.] Life of Admiral Sir John Leake, by Stephen M. Leake, Clarencieux King at Arms, 1750. Von diesem Buche wurden nur funfzig Exemplare gedruckt.
Seegefecht in der Bantry-Bai. [Während] diese Ereignisse im Norden stattfanden, hielt Jakob seinen Hof in Dublin. Bei seiner Wiederankunft daselbst von Londonderry erhielt er die Nachricht, daß die französische Flotte unter dem Commando des Grafen von Chateau Renaud in der Bantry-Bai vor Anker gegangen sei und eine große Masse von Kriegsvorräthen sowie eine Geldsendung ans Land geschafft habe. Herbert, der eben mit einem englischen Geschwader nach jenen Gewässern abgegangen war, um die Verbindung zwischen der Bretagne und Irland abzuschneiden, erfuhr wo der Feind lag und segelte in die Bucht mit der Absicht, eine Schlacht zu liefern. Doch der Wind war ihm ungünstig, die feindliche Flotte war der seinigen weit überlegen, und nach einem kurzen Feuer, das auf keiner Seite erhebliche Verluste herbeiführte, hielt er es für rathsam, die hohe See wieder zu gewinnen, während die Franzosen sich tiefer in den Hafen zurückzogen. Er steuerte nach Scilly, wo er Verstärkungen zu finden hoffte, und Chateau Renaud, zufrieden mit dem Ruhme, den er sich erworben, und besorgt, daß er denselben durch längeres Verweilen wieder verlieren möchte, eilte trotz der dringenden Aufforderung Jakob’s, nach Dublin zu kommen, nach Brest zurück.
Beide Theile machten Anspruch auf den Sieg. Die Gemeinen zu Westminster beschlossen albernerweise ein Dankvotum für Herbert, Jakob ließ, nicht minder albernerweise, Freudenfeuer anzünden und ein Te Deum singen. Aber diese Freudenbezeigungen befriedigten Avaux keineswegs, denn seine Nationaleitelkeit war selbst noch stärker als die Klugheit und Courtoisie, durch die er sich auszeichnete. Er beschwerte sich, daß Jakob so ungerecht und undankbar sei, den Ausgang des kürzlichen Gefechts dem Widerstreben zuzuschreiben, mit dem die englischen Seeleute gegen ihren rechtmäßigen König und ihren alten Commandeur gefochten hätten, und daß Se. Majestät eben nicht sehr erfreut gewesen zu sein scheine, als er gehört habe, daß sie, von den siegreichen Franzosen verfolgt, über den Ocean flüchteten. Auch Dover sei ein schlechter Franzos. Er scheine sich eben so wenig über die Niederlage seiner Landsleute gefreut zu haben, und man habe ihn äußern hören, daß das Gefecht in der Bantry-Bai den Namen einer Schlacht nicht verdiene.[99]