[102.] „Sarsfield“, schrieb Avaux unterm 11.(21.) October 1689 an Louvois, „n’est pas un homme de la naissance de mylord Galloway“ (vermuthlich Galmoy) „ny de Makarty; mais c’est un gentilhomme distingué par son mérite, qui a plus de crédit dans ce royaume qu’aucun homme que je connaisse. Il a de la valeur, mais surtout de l’honneur et de la probité à toute épreuve ... homme qui sera toujours à la tête de ses troupes, et qui en aura grand soin.“ — Leslie sagt in seiner Answer to King, daß die irischen Protestanten Sarsfield’s Rechtschaffenheit und Ehre Gerechtigkeit widerfahren ließen. In der That wird Sarsfield selbst in rohen Possen, wie die Royal Flight, gebührende Anerkennung zu Theil.
[103.] Journal of the Parliament in Ireland, 1689. Der Leser darf nicht glauben, daß dieses Tagebuch einen officiellen Character habe. Es ist eine bloße Compilation von einem protestantischen Pamphletisten und in London gedruckt.
[104.] Life of James, II. 335.
[105.] Journal of the Parliament in Ireland.
[106.] Avaux, 20. Mai (5. Juni) 1689.
[107.] A True Account of the Present State of Ireland, by a Person that with Great Difficulty left Dublin, 1689; Brief aus Dublin vom 12. Juni 1689; Journal of the Parliament in Ireland.
Es wird eine Toleranzacte erlassen. [Jakob] bestimmte sie zur Beschließung einer Acte, welche ihm und ihnen zur größten Ehre gereicht haben würde, hätte man nicht zahlreiche Beweise dafür, daß sie nur ein todter Buchstabe sein sollte. Es war dies eine Acte, welche allen christlichen Secten volle Gewissensfreiheit gewährte. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Proklamation erlassen, welche in hochtrabenden Worten dem englischen Volke ankündigte, daß sein rechtmäßiger König jetzt augenfällig die Verleumder widerlegt habe, welche ihn beschuldigt hätten, nur um eines einzelnen Zweckes willen Eifer für die Glaubensfreiheit erheuchelt zu haben. Wenn er im Herzen zur Verfolgung geneigt wäre, würde er dann nicht die irischen Protestanten verfolgt haben? Es fehle ihm weder an Macht noch an Herausforderungen dazu. Dennoch habe er sowohl in Dublin, wo die Mitglieder seiner Kirche in der Majorität seien, wie auch in Westminster, wo sie in der Minorität gewesen, fest an den Grundsätzen gehalten, die er in seiner viel geschmähten Indulgenzerklärung ausgesprochen habe.[108] Zu seinem Unglück brachte der nämliche Wind, der seine schönen Reden nach England trug, zu gleicher Zeit auch den Beweis hinüber, daß seine Erklärungen nicht aufrichtig waren. Ein einzelnes, eines Turgot oder Franklin würdiges Gesetz nahm sich gar zu lächerlich aus inmitten einer Menge von Gesetzen, die einem Gardiner oder Alva Schande gemacht haben würden.
[108.] Life of James, II. 361—363. Es wird dort gesagt, die Proklamation sei ohne Vorwissen Jakob’s erlassen worden, er habe sie aber nachher gebilligt. Siehe Melwood’s Answer to the Declaration, 1689.
Acte zur Confiscation des Eigenthums der Protestanten. [Ein] nothwendiger Vorläufer zu dem großen Beraubungs- und Mordwerke, das die Gesetzgeber von Dublin beabsichtigten, war eine Acte, welche die Autorität annullirte, die das englische Parlament als höchste Legislatur wie als höchster Appellhof bisher über Irland ausgeübt hatte.[109] Diese Acte wurde rasch angenommen und ihr folgten in schneller Aufeinanderfolge Confiscationen und Proscriptionen in gigantischem Maßstabe. Das persönliche Vermögen der Abwesenden,[110] welche über siebzehn Jahr alt waren, wurde dem Könige zugeschrieben. Wenn man sich in solcher Weise an Laieneigenthum vergriff, so stand nicht zu erwarten, daß die Dotationen, welche im Widerspruch mit jedem gesunden Prinzip an die Kirche der Minorität verschwendet worden waren, geschont werden würden. Diese Dotationen ohne Nachtheil für bestehende Interessen zu verringern, würde eine Reform gewesen sein, die eines guten Fürsten und eines guten Parlaments würdig gewesen wäre. Aber eine solche Reform genügte den rachsüchtigen Bigotten nicht, welche in King’s Inns saßen. Durch eine summarische Acte wurde der größte Theil der Zehnten von der protestantischen auf die katholische Geistlichkeit übertragen, und die bisherigen Inhaber ohne einen Farthing Entschädigung dem Hungertode preis gegeben.[111] Ferner wurde eine Bill, welche die Ansiedlungsacte aufhob und viele tausend Quadratmeilen Landes von sächsischen auf celtische Grundeigenthümer übertrug, eingebracht und durch Acclamation angenommen.[112]
Über eine solche Gesetzgebung kann man nicht streng genug urtheilen; aber für die Gesetzgeber lassen sich Entschuldigungen anführen, welche der Geschichtschreiber zu erwähnen verpflichtet ist. Sie handelten unbarmherzig, ungerecht und unklug; aber es wäre ungereimt, wollte man Erbarmen, Gerechtigkeit oder Weisheit von einer Klasse von Menschen erwarten, welche erst durch jahrelange Unterdrückung erniedrigt und dann durch die Freude über ihre plötzliche Erlösung der Besinnung beraubt und mit unwiderstehlicher Macht bewaffnet worden war. Die Vertreter der irischen Nation waren, mit wenigen Ausnahmen, roh und unwissend. Sie hatten in einem Zustande beständiger Gereiztheit gelebt, mit aristokratischen Gefühlen hatten sie eine knechtische Stellung eingenommen, mit dem höchsten Geburtsstolze waren sie tagtäglich Beleidigungen ausgesetzt gewesen, die den Zorn des geringsten Plebejers gereizt haben würden. Angesichts der Felder und Schlösser, die sie als ihr Eigenthum betrachteten, hatten sie froh sein müssen, wenn ein Bauer sie einlud, seine Milch- und Kartoffelmahlzeit zu theilen. Die heftigen Regungen von Haß und Habsucht, welche die Lage des eingebornen Gentleman fast nothwendig hervorrufen mußte, erschienen ihm in dem glänzenden Gewande des Patriotismus und der Frömmigkeit. Denn seine Feinde waren die Feinde seiner Nation, und die nämliche Tyrannei, welche ihn seines Erbes beraubt, hatte auch seine Kirche des großen Reichthums beraubt, den die Frömmigkeit einer früheren Zeit ihr gespendet. Welchen Gebrauch der Gewalt konnte man von einem ungebildeten und unerfahrenen Manne erwarten, der von heftigen Wünschen und Rachegelüsten erfüllt war, welche er irrig für heilige Pflichten ansah? Und was konnte man von einer Versammlung von einigen Hundert solcher Leute anders erwarten, als daß die Leidenschaften, welche jeder Einzelne so lange im Stillen genährt hatte, durch den Einfluß der Sympathie plötzlich zu einer furchtbaren Kraftäußerung heranreifen würden?