[119.] King III. 13.

[120.] Sein Name steht in der ersten Columne auf Seite 30 derjenigen Ausgabe der Liste, welche am 26. März 1690 die Druckerlaubniß erhielt. Ich hatte geglaubt, der Proscribirte müsse ein andrer Heinrich Dodwell gewesen sein. Aber Bischof Kennet’s zweiter Brief an den Bischof von Carlisle vom Jahre 1716 hebt jeden Zweifel über diesen Gegenstand.

[121.] A list of most of the Names of the Nobility, Gentry and Commonalty of England and Ireland (amongst whom are several Women and Children) who are all, by an Act of a Pretended Parliament assembled in Dublin, attainted of High Treason, 1699; An Account of the Transactions of the late King James in Ireland, 1690; King, III. 13; Memoirs of Ireland 1716.

Jakob prorogirt sein Parlament. [Gegen] Ende des Monats Juli prorogirte Jakob die beiden Häuser. Sie waren aber zehn Wochen versammelt gewesen, und während dieses Zeitraums hatten sie auf das Vollständigste bewiesen, daß, so groß auch die Übel gewesen sind, welche das Übergewicht der Protestanten in Irland hervorgerufen, die durch das Übergewicht der Papisten erzeugten Übel noch größer gewesen sein würden. Daß die Colonisten, als sie den Sieg errungen hatten, ihn gröblich mißbrauchten und daß ihre Gesetzgebung viele Jahre lang ungerecht und tyrannisch war, ist sehr wahr. Aber nicht minder wahr ist es, daß sie das entsetzliche Beispiel, das ihr besiegter Feind während des kurzen Zeitraums gab, wo er im Besitz der Macht war, nie ganz erreichten.

Verfolgung der Protestanten in Irland. [In] der That, während Jakob sich laut rühmte, ein Gesetz erlassen zu haben, das allen Religionsgesellschaften völlige Gewissensfreiheit gewährte, wüthete in allen Provinzen, die seine Autorität anerkannten, eine eben so grausame Verfolgung wie die im Languedoc. Diejenigen, welche eine Entschuldigung für ihn zu finden wünschten, sagten, daß fast alle Protestanten, die sich noch in Munster, Connaught und Leinster aufhielten, seine Feinde seien und daß er sie nicht als Schismatiker, sondern als Rebellen von Gesinnung, denen es nur an einer Gelegenheit fehlte, Rebellen der That zu werden, der Unterdrückung und Beraubung preis gebe, und dieser Entschuldigung hätte man einiges Gewicht zugestehen können, wenn er sich ernstlich bemüht hätte, die wenigen Colonisten zu beschützen, welche zwar dem reformirten Glauben treu anhingen, aber doch noch immer an den Lehren vom Nichtwiderstande und von dem unveräußerlichen Erbrechte festhielten. Aber selbst diese ergebenen Royalisten sollten erfahren, daß ihre Ketzerei in seinen Augen ein Verbrechen war, das durch keine Dienste und durch keine Opfer gesühnt werden konnte. Einige Cavaliere, Mitglieder der anglikanischen Kirche, die ihn in Irland willkommen geheißen und in seinem Parlamente gesessen hatten, stellten ihm vor, daß, wenn die Verordnung, welche jedem Protestanten den Besitz irgend einer Waffe verbot, streng durchgeführt werden sollte, ihre Landhäuser den Rapparees preisgegeben sein würden, und erlangten von ihm die Erlaubniß, soviel Waffen behalten zu dürften, als sie für einige Diener brauchten. Allein Avaux machte Gegenvorstellungen. Die Erlaubniß, sagte er, werde gröblich gemißbraucht, man dürfe diesen protestantischen Lords nicht trauen, sie verwandelten ihre Häuser in Festungen, und Se. Majestät werde bald Ursache haben, seine Güte zu bereuen. Diese Vorstellungen gewannen die Oberhand und es wurden katholische Truppen in den verdächtigen Wohnungen einquartiert.[122]

Noch härter war das Loos derjenigen protestantischen Geistlichen, welche mit verzweifelter Treue der Sache des Gesalbten des Herrn anhingen. Von allen anglikanischen Geistlichen scheint Cartwright derjenige gewesen zu sein, der sich der Gewogenheit Jakob’s im bedeutendsten Maße erfreute. Ob Cartwright lange hätte ein Günstling bleiben können, ohne Apostat zu werden, steht zu bezweifeln. Er starb wenige Wochen nach seiner Ankunft in Irland, und von diesem Augenblicke an besaß seine Kirche keinen Verfechter ihrer Sache mehr. Indessen fuhren einige von ihren Prälaten und Priestern noch fort diejenigen Lehren zu predigen, die sie in den Tagen der Ausschließungsbill gepredigt hatten. Aber sie verrichteten ihre Functionen mit Gefahr ihres Lebens oder ihrer Glieder. Jeder, der einen Priesterrock trug, war eine Zielscheibe für die Beleidigungen und Gewaltthätigkeiten der Soldaten und Rapparees. In der Provinz wurde sein Haus geplündert, und er konnte von Glück sagen, wenn es ihm nicht über dem Kopfe angezündet wurde. In den Straßen von Dublin wurde er mit dem Rufe verfolgt: „Da geht so ein Teufel von Ketzer!“ Bald wurde er zu Boden geschlagen, bald mit Stockprügeln regalirt.[123] Die Vorsteher der Universität zu Dublin, welche in der anglikanischen Lehre vom passiven Gehorsam erzogen waren, hatten Jakob bei seiner ersten Ankunft im Schlosse begrüßt und von ihm die Zusicherung erhalten, daß er sie im Genusse ihres Eigenthums und ihrer Vorrechte schützen werde. Sie wurden jetzt, ohne Prozeß, ohne Anklage, aus ihrem Hause geworfen. Die Communiongeräthe der Kapelle, die Bücher der Bibliothek, ja selbst die Stühle und Betten der Collegiaten wurden weggenommen. Ein Theil des Gebäudes wurde in ein Magazin, ein andrer in eine Kaserne, ein dritter in ein Gefängniß verwandelt. Simon Luttrell, welcher Gouverneur der Hauptstadt war, wurde mit großer Mühe und nur durch mächtige Fürsprache bewogen, die vertriebenen Fellows und Studenten ungehindert abziehen zu lassen. Er gestattete ihnen endlich in Freiheit zu bleiben unter der Bedingung, daß bei Todesstrafe nicht drei von ihnen sich versammelten.[124] Kein protestantischer Geistlicher wurde härter betroffen als Doctor Wilhelm King, Dechant zu St. Patrick. Er hatte sich seit langer Zeit durch die glühende Begeisterung ausgezeichnet, mit der er die Pflicht des passiven Gehorsams selbst gegen die schlechtesten Regenten eingeschärft. Zu einer späteren Zeit, als er eine Vertheidigung der Revolution geschrieben und von der neuen Regierung eine Mitra angenommen hatte, erinnerte man ihn daran, daß er die göttliche Rache auf die Usurpatoren herabgerufen und erklärt hatte, lieber hundert Mal den Tod erleiden zu wollen, ehe er der Sache des erblichen Rechts untreu würde. Er hatte gesagt, daß die wahre Religion wohl oft durch Verfolgung gekräftigt worden sei, aber nie durch Rebellion gekräftigt werden könne, daß der Tag, an welchem ein ganzer Karren voll von Geistlichen der Kirche von England für die Lehre vom Nichtwiderstande zum Galgen ginge, ein glorreicher Tag für diese Kirche sein würde, und daß es sein höchster Ehrgeiz sei, zu einer solchen Gesellschaft zu gehören.[125] Es ist nicht unwahrscheinlich, daß er, als er dies sagte, auch dachte wie er sprach. Aber wenn auch seine Grundsätze vielleicht gegen die Strenge und die Versprechungen Wilhelm’s Stand gehalten haben würden, gegen Jakob’s Undankbarkeit waren sie nicht probefest. Die menschliche Natur machte endlich ihre Rechte geltend. Nachdem King von der Regierung, deren fester Anhänger er war, zu wiederholten Malen ins Gefängniß geworfen, nachdem er in seiner eignen Kirche von den Soldaten insultirt und bedroht, nachdem ihm untersagt worden, auf seinem Kirchhofe zu begraben und auf seiner Kanzel zu predigen, nachdem er einem auf der Straße gegen ihn abgefeuerten Flintenschusse kaum mit dem Leben entronnen war, fing er an, die whiggistische Regierungstheorie für weniger unvernünftig und unchristlich zu halten, als sie ihm früher vorgekommen war, und er überredete sich, daß die unterdrückte Kirche mit Fug und Recht die Befreiung annehmen dürfe, wenn es Gott gefiele, ihr solche, gleichviel durch welche Mittel, zu senden.

[122.] Avaux, 27. Juli (6. August) 1689.

[123.] King’s State of the Protestants in Ireland, III. 19.

[124.] King’s State of the Protestants in Ireland, III. 15.

[125.] Leslie’s Answer to King.