Die Liebe, mit der ihr Gemahl ihr Andenken feierte, wurde bald durch das prächtigste Denkmal bethätigt, das je einem Herrscher errichtet worden ist. Kein Plan war so ganz von ihr ausgegangen und hatte ihr so sehr am Herzen gelegen als der, den Palast zu Greenwich in ein Asyl für Seeleute zu verwandeln. Die Idee war in ihr aufgestiegen, als sie sah, wie schwer es hielt, den Tausenden von Tapferen, welche nach der Schlacht von La Hogue verwundet nach England zurückkehrten, ein gutes Obdach und gute Pflege zu verschaffen. Zu ihren Lebzeiten war so gut wie nichts für die Verwirklichung ihres Lieblingsplanes gethan worden. Aber es war als ob ihr Gemahl, sobald er sie verloren, sich wegen der Nichtachtung ihrer Wünsche Vorwürfe gemacht hätte. Es wurde keine Zeit mehr verloren. Man entwarf einen Bauplan, und bald erhob sich am Ufer der Themse ein Gebäude, das das Asyl, welches der prachtliebende Ludwig für seine Soldaten errichtet, bei weitem übertraf. Wer die Inschrift rund um den Fries der Halle liest, wird bemerken, daß Wilhelm keinen Theil von dem Verdienste des Plans für sich beansprucht und daß er dasselbe lediglich Marien überläßt. Hätte der König bis zur Vollendung des Bauwerks gelebt, so würde die Statue der Frau, welche die eigentliche Gründerin der Anstalt war, in dem Hofe, der den Massen, welche beständig den majestätischen Strom auf und ab fahren, zwei hohe Kuppeln und zwei geschmackvolle Säulengänge zeigt, einen ins Auge fallenden Platz erhalten haben. Doch dieser Theil des Planes kam nicht zur Ausführung, und nur Wenige von Denen, welche jetzt das großartigste aller Hospitäler Europa’s betrachten, wissen, daß es ein Erinnerungszeichen der Tugenden der Königin Marie, der Liebe und der Trauer Wilhelm’s und des großen Sieges von La Hogue ist.

Fußnoten.

[1] Life of James, II. 497.

[2] Hamilton’s Zeneyde.

[3] A View of the Court of St. Germains from the Year 1690 to 1695, 1696; Ratio Ultima, 1697. In den Nairne Papers befindet sich ein Brief, in welchem den eidverweigernden Bischöfen befohlen wird, einen protestantischen Geistlichen nach Saint-Germains zu schicken. Diesem Briefe wurde schleunigst ein andrer nachgesandt, der den Befehl widerrief. Beide Briefe findet man in Macpherson’s Sammlung. Sie sind beide vom 16. Oct. 1693 datirt. Ich vermuthe, daß der erste nach dem neuen Style, der zweite nach dem alten Style datirt war.

[4] Ratio Ultima; History of the late Parliament, 1699.

[5] View of the Court of St. Germains from 1690 to 1695. Daß Dunfermline sehr schlecht behandelt wurde, geht selbst aus den Memoiren Dundee’s, 1714, klar hervor.

[6] Noch im Jahre 1690 machte das Conclave der Jakobitenhäupter, das Preston seine Instructionen gab, Jakob nachdrückliche Vorstellungen über diesen Gegenstand. „Er muß die Bigotterie von Saint-Germains verwerfen und ihren Sinn dahin lenken, daß sie auf die Mittel denken, von denen sich am ehesten erwarten läßt, daß die Nation dadurch gewonnen wird. Denn täglich geschieht dort dies und jenes, was zu unsrer Kenntniß kommt, wodurch die Erfüllung ihrer sehnlichen Wünsche verzögert wird.” Siehe auch A Short and True Relation of Intrigues transacted both at Home and Abroad to restore the late King James, 1694.

[7] View of the Court of St. Germains. Die in diesem Werke gegebene Darstellung wird durch eine wichtige Schrift bestätigt, die sich unter den Nairne’schen Manuscripten befindet. Einige von den Oberhäuptern der jakobitischen Partei in England richteten eine Vorstellung an Jakob, worin eine Stelle folgendermaßen lautet: „Sie bitten, daß Eure Majestät geruhen möge, den Kanzler von England in Ihren Staatsrath aufzunehmen; Ihre Feinde haben Vortheil davon, daß er nicht darin ist.” Jakob’s Antwort ist ausweichend: „Der König wird bei jeder Gelegenheit bereit sein, die gerechte Werthschätzung und Achtung zu bekunden, die er seinem Lordkanzler zollt.”

[8] A Short and True Relation of Intrigues, 1694.