Die Gesammtkosten für den Effektivbestand der Armee, der Marine und der Artillerie beliefen sich auf etwa siebenhundertfunfzigtausend Pfund. Ausgaben für den nichtaktiven Dienst, welche gegenwärtig einen sehr bedeutenden Theil unserer Staatslasten bilden, gab es damals so gut wie gar nicht. Nur eine sehr geringe Anzahl von Seeoffizieren, die nicht im wirklichen Dienste angestellt waren, bezog halben Sold. Auf der Liste stand kein Leutnant und sogar kein Kapitain, der nicht ein Schiff ersten oder zweiten Ranges befehligt hatte. Da nun das Land damals nur siebzehn Schiffe ersten und zweiten Ranges besaß, welche jemals zur See gewesen waren, und ein großer Theil der Offiziere, welche derartige Schiffe commandirt hatten, einträgliche Posten zu Lande bekleideten, so können die Ausgaben unter dieser Rubrik in der That nur sehr unbedeutend gewesen sein.[23] Bei dem Landheere wurde der halbe Sold ebenfalls nur als eine besondere und zeitweilige Vergünstigung einer kleinen Anzahl von Offizieren zweier bevorzugter Regimenter bewilligt.[24] Das Hospital von Greenwich war noch nicht gegründet; das von Chelsea war im Bau begriffen, aber die Kosten dieser Anstalt wurden zum einen Theil durch einen Abzug von der Löhnung der Truppen, zum andern durch Privatbeiträge bestritten. Der König versprach nur zwanzigtausend Pfund zu den Baukosten und fünftausend Pfund jährlich zum Unterhalt der Invaliden beizusteuern.[25] Daß auch Invaliden außerhalb des Hospitals Pensionen erhalten sollten, lag nicht im Plane des Unternehmens. Der Gesammtaufwand für den nicht aktiven Land- und Seedienst kann zehntausend Pfund des Jahres kaum überstiegen haben. Jetzt beträgt derselbe täglich über zehntausend Pfund.

[22.] Chamberlayne’s State of England, 1684; Commons’ Journals vom 1. März und 20. März 1688—89. Im Jahre 1833 wurde nach reiflicher Erwägung festgesetzt, daß beständig hundertsiebzigtausend Fässer Schießpulver vorräthig gehalten werden sollten, und diese Norm wird noch jetzt festgehalten.

[23.] Aus den Urkunden der Admiralität geht hervor, daß Flaggenoffizieren im Jahre 1668 halber Sold gewährt wurde, Kapitainen ersten und zweiten Ranges erst seit 1674.

[24.] Verordnung in den War Office Records, d. d. 26. März 1678.

[25.] Evelyn’s Diary vom 27. Januar 1682. Ich habe eine geheime Kabinetsordre vom 17. Mai 1683 gesehen, welche Evelyn’s Aussage bestätigt.

Kosten der Civilverwaltung. [Von] den Kosten der Civilverwaltung trug die Krone nur einen kleinen Theil. Die große Mehrzahl der Beamten, denen die Ausübung der Justiz und die Aufrechthaltung der Ordnung übertragen war, leisteten ihre Dienste dem Publikum entweder ganz unentgeltlich, oder sie wurden auf eine Weise bezahlt, daß diese Ausgabe den Staatseinnahmen nicht zur Last fiel. Die Sheriffs, Mayors und Aldermen der Städte, die Landedelleute, welche als Friedensrichter fungirten, die Oberkonstabels (Head-boroughs), Bailiffs und Unterkonstabels kosteten dem Könige nichts. Die höheren Gerichtshöfe wurden hauptsächlich durch den Ertrag ihrer Gebühren unterhalten.

Unsere Vertretung an auswärtigen Höfen war nach einem äußerst sparsamen Fuße eingerichtet. Der einzige diplomatische Agent, der den Titel eines Gesandten führte, residirte in Konstantinopel und wurde zum Theil von der Türkischen Compagnie unterhalten. Sogar am Hofe von Versailles hatte England nur einen Geschäftsträger, und an dem spanischen, schwedischen und dänischen Hofe nicht einmal einen solchen. Die Gesammtausgaben unter dieser Rubrik können im letzten Jahre der Regierung Karl’s II. nicht viel über zwanzigtausend Pfund betragen haben.[26]

[26.] Jakob II. schickte Gesandte nach Spanien, Schweden und Dänemark, aber dennoch betrug der jährliche Aufwand für die Diplomatie unter seiner Regierung nicht viel über dreißigtausend Pfund. Siehe Commons’ Journals vom 20. März 1688—89, und Chamberlayne’s State of England, 1684, 1688.