[69.] Blome’s Britannia, 1763; Dugdale’s Warwickshire; North’s Examen, 321; Vorrede zu Absalom and Achitophel; Hutton’s History of Birmingham; Boswell’s Life of Johnson. Im Jahre 1690 starben in Birmingham 150 Personen und 125 Kinder wurden getauft. Ich glaube daß die jährliche Sterblichkeit nicht mehr als vier Prozent betrug; in London war sie viel bedeutender. Ein Geschichtsschreiber in Nottingham rühmte funfzig Jahre später die außerordentliche Gesundheit seiner Vaterstadt, in der die Sterblichkeit nur 3⅓ Prozent betrug. Siehe Dering’s History of Nottingham.
Liverpool. [Liverpool] zählt gegenwärtig dreimalhunderttausend Einwohner und der Rauminhalt der in seinen Hafenregistern eingezeichneten Schiffe beträgt zwischen vier- und fünfmalhunderttausend Tonnen. Mehr als einmal ist im dortigen Zollhause in einem Jahre eine Summe bezahlt worden, welche das Gesammteinkommen der englischen Krone im Jahre 1685 um mehr als das Dreifache übersteigt. Die Einnahme des Postamtes zu Liverpool übertrifft selbst seit der Portoermäßigung die Summe, die das Postwesen des ganzen Reiches dem Herzoge von York eintrug. Seine riesigen Docks, Quais und Waarenspeicher werden zu den Weltwundern gerechnet, und doch scheinen sie für den Bedarf des ungeheuren Merseyhandels kaum zu genügen, so daß bereits eine rivalisirende Stadt am andren Ufer des Flusses rasch emporwächst. Zu den Zeiten Karl’s II. wurde Liverpool als eine aufblühende Stadt beschrieben, welche neuerdings große Fortschritte gemacht habe und mit Irland und den Zuckercolonien einen ergiebigen Handel treibe. Binnen sechzehn Jahren hatte sich der Ertrag der Zölle verachtfacht und die damals als ungeheuer betrachtete Summe von fünfzehntausend Pfund Sterling jährlich erreicht. Die Bevölkerung kann jedoch kaum viertausend Seelen überstiegen haben, der Gehalt seiner Schiffe betrug ungefähr vierzehnhundert Tonnen, das heißt weniger als der Tonnengehalt eines einzigen unserer jetzigen Ostindienfahrer erster Klasse, und die Anzahl der zum Hafen gehörenden Seeleute darf auf nicht mehr als zweihundert Köpfe angeschlagen werden.[70]
[70.] Blome’s Britannia; Gregson’s Antiquities of the County Palatine and Duchy of Lancaster, Part. II.; Petition von Liverpool in dem Privy Council Book, May 10, 1686. Im Jahre 1690 war die Zahl der Sterbefälle in Liverpool hunderteinundfunfzig, die der Taufen hundertzwanzig. Im Jahre 1844 belief sich der Reinertrag der Zölle in Liverpool auf 4,365,526 Pf. St. 1 Schill. 8 P.
Die Badeorte. [So] wuchsen die Städte empor, in denen Reichthümer erworben und aufgehäuft wurden. Nicht minder rasch erhob sich eine andre Klasse von Städten, in denen der anderwärts erworbene Reichthum entweder aus Gesundheitsrücksichten oder um des Vergnügens willen verzehrt wird. Von den bedeutendsten derselben sind einige erst seit den Zeiten der Stuarts entstanden.
Cheltenham. [Cheltenham] ist jetzt größer als irgend eine Stadt des ganzen Reichs im siebzehnten Jahrhundert, London allein ausgenommen, während es im siebzehnten und noch zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts von Lokalgeschichtschreibern nur als ein ländliches Kirchspiel erwähnt wird, das am Fuße der Cotswold-Hügel liege und guten Boden für Ackerbau und Weide habe. An der Stelle, welche gegenwärtig mit freundlichen Straßen und Landhäusern bedeckt ist, wuchs damals Korn und weidete Vieh.[71]
[71.] Atkyns’ Gloucestershire.
Brighton. [Brighton] wurde als ein ehemals wohlhabender Ort geschildert, der eine Menge kleiner Fischerboote besessen und in seiner höchsten Blüthe etwa zweitausend Einwohner gehabt habe, jetzt aber seinem Untergänge entgegeneile. Das Meer spülte ein Haus nach dem andren fort und die Stadt mußte endlich ganz verschwinden. Noch vor neunzig Jahren konnte man zwischen den Steinen und dem Seetang am Strande die Trümmer eines alten Forts sehen, und alte Leute konnten noch die Spuren der Grundmauern einer Straße von mehr als hundert Hütten bezeichnen, die von den Wogen verschlungen worden war. Nach diesem Unglücke verödete der Ort bald dermaßen, daß man die dortige Pfarrei kaum noch des Besitzes werth hielt. Einige arme Fischer fuhren jedoch fort, ihre Netze auf den Küstenfelsen zu trocknen, wo jetzt eine Stadt, die mehr als zweimal so groß und volkreich ist, als das Bristol der Stuarts in einer Ausdehnung von mehreren Meilen ihre freundliche und fantastische Fronte dem Meere zeigt.[72]
[72.] Magna Britannia; Grose’s Antiquities; New Brighthelmstone Directory, 1770.
Buxton. [England] war jedoch im siebzehnten Jahrhundert durchaus nicht ohne alle Badeorte. Die Gentry von Derbyshire und der benachbarten Grafschaften begab sich nach Buxton, wo sie in niedrigen hölzernen Hütten zusammengepfercht und mit einem Brode von Hafermehl und einem Fleische bewirthet wurden, welches die Gastwirthe für Hammelfleisch ausgaben, das aber die Consumenten stark in dem Verdachte hatten, daß es von Hunden herrührte.[73]
[73.] Tour in Derbyshire, by Thomas Browne, Son of Sir Thomas Browne.