»Ja, wie ist es möglich!« wiederholte er. »Lärme doch nicht so! Weswegen? — es ist zum Lachen! — wegen eines wildfremden Ehepaares, das uns garnichts angeht!« und er unterdrückte eben noch die Hälfte eines Fluches.

»Wenn ich das gewußt — o, wenn ich das gewußt!« jammerte sie.

»So hättest du wohl nicht geheiratet, wie?« fuhr er grimmig heraus.

Ein stärkerer Thränenguß. Es war schade um den herrlichen Sonnenuntergang, der das Siebengebirge in Goldpurpur verklärte. Graueste Regenstimmung für sie. Natürlich sitzt Herr von Beveren nebst Frau jetzt auf der berühmten Bahnhofveranda und grinst mit seinem unverschämten Gesicht einen Fleck in die Landschaft. O du Jammer des Hochzeitsreisens!

Es dauerte eine gute Weile, bis sie ihre Vernunft wieder fanden. Was war denn eigentlich? »Du Närrchen!« liebkoste er ihr verweintes Gesichtchen, »du bist mein süßes Närrchen!«

Sie ließ es geschehen. Aber das böse Wort von der Lächerlichket der Hochzeitsreisenden glimmte weiter in ihr.

Sie hatten nicht den Mut zu bleiben: der Anblick des entsetzlichen Paares würde sofort die Situation wieder in Thränen auflösen, das ahnten sie. Und in einem Anfall lachender Energie beschlossen sie abzureisen. Rolandseck war ihnen ja ohnehin verdorben.

Am anderen Mittag bestiegen sie von Remagen aus das Schiff. Nicht ohne Zagen und Bangen: werden ihre Doppelgänger nicht darauf sein? Gottlob, die Bahn war frei! Sie durften sich ungestört dem Genuß der Rheinfahrt hingeben!

Nach einer halben Stunde tanzte von einer kleinen Nachenstation aus ein Kahn mit roter Flagge in den bäumenden Wellen des Dampfers.

Fritz Wendland erblaßte vor Zorn.