»Sie sind’s,« ächzte sie außer sich und ließ die ausgebreitete Rheinkarte im Winde flattern.
Kein Zweifel mehr. Der Kahn ward in dem Schaumgetose des Rades gelandet. Herr von Beveren nebst Frau stiegen die Falltreppe hinan; mit ihrem unausstehlichen Glückseligkeitslächeln, funkelnagelneuer gekleidet denn je — »Hochzeitsreisende!« das Wort stand auf all den gaffenden Mienen ringsum.
Herr Wendland zuckte ein Gelüste in den Fäusten, den Störer ihres Friedens einfach zu packen und in den Rhein zu werfen. Das war wohl zu stark! Aber vielleicht würde man es zu einem Wortwechsel, zu einer Rempelei bringen — o, er war zu allem fähig! Hochzeitsreisen macht wild!
Das Paar, von tänzelnden Kellnern umschwärmt, setzte sich sofort zu einem opulenten Frühstück — natürlich knallte auch hier der Miniaturböller des Champagnerkorkes.
»Wie protzig, wie gewöhnlich!« zischelte Wendland.
Bei dem Anblick des Paares ward der Schmerz von gestern abend bei Anna wieder wach. »Das finde ich nicht —« erwiderte sie bissig. »Wenigstens empfinden sie nichts von der Lächerlichkeit des Hochzeitsreisens!«
Sie fixierte lange und scharf mit dem Glase eine gewisse Burg dort oben auf dem Waldhügel, um ihre Thränen zu verbergen. Er versenkte sich in die Rheinkarte.
Welch eine Rheinreise! Und wie hatte sie sich darauf gefreut! Fritz ist ein Ungeheuer! Er liebt sie nicht! O, er liebt sie nie und nie! Ich bin das unglückseligste Geschöpf auf der Erde! Meine Mama, wenn meine arme Mama das wüßte!
Es wurde Station Koblenz ausgerufen. Mit nervöser Hast raffte und schnürte sie plötzlich die Reiseeffekten zusammen.
»Wieso, Anna?« fuhr er verwundert auf.