»Er trinkt Wei’!« sagte der Lehrjunge, von einem Ohr zum andern grinsend.
»Kiedricher Ausles’!« lachte sie schelmisch, und wir lachten mit.
Ob er sich denn nach seiner Mutter sehnt?
»Na ... a ... a« grinste jener.
Da stach sie wahrhaftig eine kleine Eifersucht; sie hatte uns erzählt, wie lieb der junge Mann gegen ihren Bub’ sei und wie zuthunlich der gegen solchen Ersatz eines Kindermädchens. In der Schmiede nicht zu brauchen, aber als Kindermädchen ausgezeichnet! Er hätte wohl »ja« sagen können statt seines etwas unverschämten »Na«.
»Du langer Lala!« fuhr sie heraus. »Labbes! Was, er hat kei’ Heimweh? Sofort machste, daß de ’naus kömmst.«
Gleich lenkte sie ein: »Kömmste her, stoß mit dem gnädigen Herrn und der gnädigen Frau an!«
Und wir vier tranken auf das Wohl unserer Knaben, »der beide Spitzbub’«.
Nachher ließ ihr die Muttersorge doch keine Ruhe, und sie hatte im Flur noch eine Konferenz mit dem »langen Lala,« den Kujon betreffend.
Von da ab bekam sie nur spärliche Nachricht von Haus; sie wußte, ihr Liebling war gut aufgehoben. Zuweilen sandte »er« ein Schreiben; das Couvert linkisch schön vom Lehrjungen geschrieben (auch darin ist er geschickt, nur nicht in der Schmiede!) Aber das Schriftstück selbst, das »er« angefertigt! — sie schämte sich, es uns sehen zu lassen, allein schon wegen der schwarzen Fingerspuren, die es wie ein Blumenmuster bedeckten. Welche Mühe mußte seinen ungelenken Händen das Strecken und Schmieden und Aushämmern dieser widerspenstigen Zeilen gemacht haben!