Die Worte versagten mir, und unsere Gläser gellten zusammen, Aug’ in Auge, beide von so seltsamer Verwirrung ergriffen.

»Das sagen viele« — erwiderte sie lachend, »ich werd’ es wohl noch oft zu hören bekommen.«

»So, Du glaubst mir nicht? Na wart’« — —

Der Übermut packte mich, schnell setzte ich mein Glas auf den Tisch, nahm mit sanft zufassender Überrumpelung das Köpfchen zwischen die Hände und preßte meine heißbebenden Lippen auf die ihren, den kleinen wehrenden Schrei kräftig unterdrückend.

Eine ganz kurze Entrüstung; und ein flüchtiger Purpur flog über ihr ovales Wangenrund: — »Aber mein Herr, das ist —«

»Unverschämt? Mit nichten!« fiel ich ein. »Es ist Karnevalsrecht!«

»Oho« — lachte sie. »Da könnt’ jeder kommen! Wer sind Sie? Ich kenn’ Sie nit, mein Herr! Und ich verbitt’ mir das!«

»Oho!« lachte ich dagegen. »Übrigens Du und Du! Wir tragen beide Narrenmützen — da giebt’s kein Sie!«

Nach einem kurzen prüfenden Mustern meiner Erscheinung fuhr sie heraus: »Sie sind ein Lieutenant!«

Es klang nicht wie eine Frage. »Zu Befehl!« antwortete ich, wichtig aufreckend. »Woher weißt Du das?«