Sie stieß ihre Begleiterin an, beide kicherten: unendlich komisch, daß ich glaubte, mein Zivil versteckte mich! »Das weiß man doch gleich! Ihr seid kühner als die andern. Ihr habt was, das die andern nicht haben —«
»Das gefällt Euch eben. Auch nimmt man es uns nicht so übel, wie?«
»Ei gewiß!«
»Also keine Feindschaft?« bat ich, alle Innigkeit im Ton, den Blick voll Begeisterung. »Darf ich Dich wiedersehn?«
Sie stutzte. »Warum nit?« meinte sie dann. »Ich versteck’ mich nit — ich mach’ tüchtig mit.«
»Morgen abend auf dem Gürzenichball?« drängte ich, fast flehend.
»Ich mach’ alles mit, was mitzumachen ist! Ich will mich einmal tüchtig amüsieren!« rief sie; dabei wetterte etwas wie ganz feine trotzende Fältchen zwischen ihren dunklen stark gezeichneten Brauen. Als wenn ihr Leben, ihre Vergangenheit wie ihre Zukunft, nicht ganz auf diese lustige Fahne gerichtet sei.
»Also morgen — mein Fräulein?« Das »Du« kam mir nun schon trivial vor, auch fiel es mir wie eine Furcht aufs Herz, sie etwa wieder durch meinen burschikosen Ton zu verlieren.
»Dritter Pfeiler links um die Ecke, Herr Lieutenant!« scherzte sie schelmisch.
»Sind Sie mir bös?«