Da tippte es mit leichtem Fächerschlag von hinterrücks auf meine Schulter. Ein blauseidener weiblicher Domino, die Larve mit crêmefarbener Blonde besetzt; aus den länglichen Augenschlitzen sprühten mich dunkle Blicke an. Bekanntlich sind unter der Maske auch die vertrautesten Augen nicht mit Sicherheit zu rekognoszieren; und ich prüfte diese durch das Lorgnon der Leidenschaft; — sie waren es! Hurrah! und ich hätte beinahe hell aufgejubelt.
»Du hast aber brav Schildwach’ gestanden, Herr Lieutenant —« kicherte es unter der Blonde im verstellten Maskenfalsett.
»Gut, daß Du da bist! ich wollt’ eben meinen Posten quittieren.« Und ich affektierte den Ärgerlichen.
»Thätst Du doch nicht — i, thätst Du nicht —« spottete das Falsett.
»Du bist wohl eben erst gekommen?« fragte ich.
»Jömich, ich tanz’ schon zwei Stunden lang. Ich hab’ Verehrer satt! (= genug) ich hab’ Dich wohl da luxen gesehn.«
Sie wollte mich zur Eifersucht reizen; fast brachte sie es fertig. Aber nun will ich sie fesseln und halten! Nichts fesselt in Köln ein Mädel so sehr als ein flotter Tänzer. Und ich umfaßte sie und wirbelte mit ihr durch das Gewühl, toll und leidenschaftlich, im Übermaß endlicher Erfüllungsfreude.
Dann promenierten wir Arm in Arm. Sie war keck und teilte Fächerschläge und neckische Anreden nach allen Seiten aus, zerstreut gegen das fiebernde Gedräng meiner Leidenschaft.
»Ich hab’ den ganzen Tag an Dich gedacht —«
»Gefällig?« kam es unter der Maske zurück. Ein ironischer Sington, und die Augen funkelten mich koboldartig an.