»Sag’, willst du mir versprechen, keine Komplimente zu machen?«

»Es sind keine! Mir ist so, ich kann nicht anders! Du hast mich verhext!«

»Nicht! Nicht! Nicht! Erst recht nichts davon!« rief sie. Aber der Glanz ihrer Augen war verräterisch süßer als alle Erwiderung.

Dann die Arme aufstemmend und die Hände zusammengefaltet über dem Römer, sagte sie tonlos traurig: »Du sollst nit denken — — na du sollst mich nit falsch vertaxieren. Weil ich so fix ja! sagt’ und nun nit die Courag’ hab’ nein! zu sagen und adjes!«

»Wie ich schon müßt’ —« fügte sie mit einem Seufzer hinzu.

»Du darfst nicht, ich laß Dich nicht!«

»O, nit so! — Soll ich dir beichten? Dann kannst du mich taxieren!«

Was war zu taxieren? Ein Kölner Mädchen, das, wie viele, zum Karneval, die unwiderstehliche Lust ergreift, auszufliegen, über den Einspruch der Fraubasen und die im ganzen übrigen deutschen Reich herkömmliche Spießbürger-Moral hinweg. Beileibe kein voreilig Urteil! An ihrem Halse hing als Zeichen gut bürgerlicher Solidität eine altertümliche Korallenkette von schweren Perlen, und an einem Finger ihrer übrigens weißen wohlgeformten, obgleich nicht zu kleinen Hände blitzte sogar ein nicht ganz wertloser Saphir.

»Laß hören!«

»Zuvor machen wir einen Kontrakt. Du darfst mir nit bös sein! Ich red’ frei heraus. Ich thät’ auch gegen niemand sonst so reden.«