Hier stockte ihre Stimme. »Ich muß weg von Köln« — fuhr sie dann fort — »weißt Du, was das bedeutet für ein Kölner Mädchen? Ich komme nach C. (ein kleines Landstädtchen an der westfälischen Grenze). Ich werd’ es gut kriegen — ein schönes Geschäft, und meine Eltern sind glücklich. Aber ...«
Wieder eine kurze Stockung. Leiser fuhr sie fort:
»Es war gut, daß ich Dich nicht kannte, als ich endlich »ja« sagte und den Kontrakt wegen des Karnevals mit meinen Leuten abschloß. Sonst hätt’ ich nein! gesagt. Ich hab’ niemand lieb gehabt vor Dir. Auch geschieht — ihm schon kein Unrecht. Ich werd’ ihm treu sein, er hat nichts zu fürchten. Ich bin ein Kölner Mädchen, was kann ich dafür? — Und nun sag’ ich Dir Dank für den schönen Karneval! Leb’ wohl und denk auch ein wenig an mich. Besonders am nächsten Karneval ...«
Wie von verhaltenen Thränen vibrierten ihre Worte.
»Du liebes, liebes herziges Lieb!« Stürmisch umfing ich sie. Und sie wehrte nicht.
Lächelnd, während zwei Thränen über ihre Wangen glitten, sagte sie! »Ich bin Dir schuldig. Den Kuß vom Fastelabend — Da!«
Sie schlang ihre Arme um meinen Hals und küßte mich mit inniger Heftigkeit.
Dann: »Jetzt is Zeit! Vergiß mich. Leb’ wohl!«
»Nie vergeß’ ich Dich, Drückchen, — nie!« rief ich.
»Du bist ein Leutnant — ich nehm’ Dir’s nit übel. Aber ich — ich denk’ an Dich! Adjes!«