»Ich denke, es ist jetzt nicht der Moment, Komödie zu spielen. Ich weiß alles — kenne die Beziehungen des Mädchens zu Ihnen —«

Magnus hielt es diesen Umständen und den fanatischen Blicken des in seinem Vaterstolz Verwundeten gegenüber nicht mehr für angebracht, sein Märchen aufrecht zu erhalten.

»Ja, ich liebe Ihre Tochter!« flüsterte er, und er legte beteuernd die Hand auf die Brust; seine Augen strahlten.

»Liebe Ihre Tochter ...« höhnte Köster. »Ungeheure Gnade — der reiche Herr Joël, der sich herabläßt, meine Tochter mit seiner Liebe zu beglücken!«

Dann in einen Ton jammernder Verzweiflung umschlagend: »Mein Kind, mein armes Kind! — sie war unsere ganze Freude! — Liebe Ihre Tochter ... was heißt denn das? Bekennen Sie doch Farbe, Herr!« Drohend klang es, und unwillkürlich wich Magnus zur Seite.

»Ich versichere Sie — ich schwöre Ihnen bei allem, was mir heilig ist ...« fiel Magnus ein.

»Kennen wir — kennen wir! — bin lang genug in Berlin, um zu wissen, was solche Liebe bedeutet ... zum Teufel, Herr, ich fordere die Ehre meiner Tochter von Ihnen! Sie haben Ihren Ruf vernichtet! Sie werden mir Rechenschaft geben, Herr ...«

»Ein so verzweifelt unglückseliger Zufall —« stotterte Joël — »ich bin bereit, alles gut zu machen ...«

Er war sich zwar nicht klar, wie das zu geschehen hätte; gleich schämte er sich auch der Redensart.

»Mit Geld? Zum Teufel mit Ihrem Geld! Eine Ehre läßt sich nicht mit Geld reparieren! — Mein Kind, mein armes Kind —« jammerte der Vater von neuem los.