Allegro agitato.
»Sie lieben sich aber doch ...« warf die Frau Generalkonsul in einem leisen Anflug der Entrüstung hin.
»Dummheit!« fuhr der Generalkonsul heraus. »Ich werde meine einzige Tochter an einen simplen Lieutenant verschleudern! Das fehlte noch! Sie könnte einen Prinzen haben! Aber nicht einmal ein Name, kein »von«, garnichts, ein Lieutenant Schneidig schlankweg — es ist empörend!«
»Er ist einer der liebenswürdigsten Menschen, er würde Else glücklich machen ...«
»Glücklich — was heißt glücklich? Paperla! Sie muß sich solche Ideen aus dem Kopf schlagen!«
Eine Weile war es still im Schlafzimmer, nur das Zeitungsblatt, das er mit vorgestreckten Armen gegen das Licht haltend durchstöberte, raschelte ärgerlich.
»Gustav, wir heirateten uns doch auch aus Liebe —« kam es wie ein Seufzer von ihrem Bette her.
»Wir hatten aber auch nichts damals, da war es keine Kunst! Na, nun gute Nacht!«
Noch ein über den Kursbericht fliegender Blick, dann löschte er das Licht aus. — — —
Zwei Tage lang herrschte im Hanse ein unheimlich verstörter Ton. Der Generalkonsul mißlaunisch und mürrisch, die Frau Generalkonsul stumm, völlig stumm, bis in die zitternden Bänder ihres Häubchens hinein mit Groll geladen, statt einer Antwort zumeist nur ein gewisses nervöses Zucken ihrer hageren Schultern; Else aber, die kostbare blonde Prinzenbraut von einer Lustigkeit, die alle verblüffte, trillernd und tänzelnd — doch ihr Lachen hallte so eigenartig schrill durch das Haus.