Magnus stand am anderen Morgen im Kabinet seines Vaters.

»Du hast mich rufen lassen, Vater?«

Der alte Herr saß vor dem einfachen, mit grünem Leder bezogenen Schreibpult, die Unterarme auf die Platte gelegt, und hielt ein Schriftstück, das er dem Haufen von Vorlagstücken entnommen, seiner weitsichtigen Augen wegen, mit den Händen abgestreckt.

Auf diese Meldung des Sohnes nickte er nur unmerklich mit dem Kopf, legte das Schriftstück hin und nahm ein anderes. Dann nach einer Pause, wie auf das Papier einredend, sagte er:

»Ich dächte, Du hättest Dich zu entschuldigen — Du wärest uns eine Erklärung schuldig —«

Magnus schwieg.

Ein drittes Schriftstück und: »Was soll das heißen, daß Du Dich an einem solchen Tage auf französisch drückst? Ich möchte mir doch sehr ausbitten! — wo hast Du denn die Manieren her?«

Das Schriftstück zitterte ein wenig in den Händen.

Magnus griff zu der für die Situation so banalen Trivialität einer Notlüge:

»Ich leide in letzter Zeit an Schwindelanfällen —« Und die Worte erstickten ihm fast im Hals. Teufel! was für ein Rückfall in die alte Feigheit!