Wieder eine Pause, bis der Buchhalter erschien, einen Pack erledigter Papiere in Empfang nahm und in seiner aalglatten Art wieder durch die Thür hinaushuschte.
»Setze Dich — ich habe mit Dir zu reden, Magnus.«
Herr Joël senior rieb die flachen Hände übereinander und machte dann damit die Gebärde des Waschens — eine offenbare Verlegenheit, wie er seine Rede zu inscenieren hätte. Ungeduldig wiederholte er: »Aber, ich sage Dir ja, Du sollst Platz nehmen!«
Magnus gehorchte und setzte sich auf einen der Lederpolster, seitab des Pultes, vor dem Fenster.
Der Alte lehnte sich mit dem Kopf gegen die hohe geradaufragende Rückwand des altertümlichen Holzsessels und visierte mit den Augen einen der wetterprophetischen Apparate an, welche über dem Pulte hingen.
»Du weißt — das heißt, Du müßtest wissen, worum es sich handelt,« begann er. »Du wirst gestern deutlich genug gemerkt haben, was unser aller sehnlichster Wunsch ist. Und wie ich voraussetze, hast Du nichts dawider. Fräulein Helmons ist hübsch, sogar schön, man kann nicht liebenswürdiger sein, als sie ist. Auf die anderen Vorteile einer solchen Wahl brauche ich Dich nicht erst aufmerksam zu machen. Der Name Helmons spricht für sich, er wiegt die Sturz mindestens auf. Du stehst hinter Deinem Bruder keinenfalls zurück. Die Verbindung würde einen Glücksfall für das Haus Joël bedeuten —«
Er hielt inne und visierte nur um so schärfer auf das Barometer hin. Abermals rieb er die flachen Hände übereinander — es sah fast aus wie ein Ausdruck der Freude über den eintreffenden Glücksfall.
»Die Sache ist sehr einfach —« hob er wieder an, »ich schrieb an den alten Helmons und fragte unter der Blume an. Seine Antwort konnte nicht deutlicher sein. Es hängt nur an Dir ...«
Die Helle des Fensters verdunkelte sich — Magnus’ starke Gestalt hatte sich langsam erhoben. Mit einem stutzenden »Nun?« wandte jener den Kopf nach dem Sohne hin.
Magnus streckte die Hände wie hülfesuchend nach dem Alten aus: »Verzeih’, Vater! — ich bitte Dich um Verzeihung!«