Gleich schämte er sich des Wortes, das hier so häßlich klang. Aber das allein schien sein phantastisches Vorgehen entschuldigen zu können.
»Wer? — Was?« kam es stotternd, nach Luft schnappend über die Lippen des Alten.
»Ich darf Dir nichts verhehlen, Vater! — Hier die ganze Wahrheit!«
Und er erzählte in kurzen Sätzen, wie verhängsnisvoll ihm der Zufall gespielt, nannte Namen und ehemalige Beschäftigung seines nunmehrigen Weibes.
»Nicht möglich! Undenkbar! Du phantasierst!« kreischte der alte Joël, und der Versuch eines stummen höhnischen Lachens umgrinste seinen Mund. Doch der Blick des stieren Entsetzens gewann wieder die Oberhand über dieses Lachen.
Magnus ergriff ein Mitleid. Er flehte den Alten an, ruhig zu sein. Er fürchtete wirklich, daß die Nachricht, die den Stolz des alten Kaufmanns so niederschmetternd getroffen, ihn auch körperlich zu Boden schlüge.
»Vater, ich bitte Dich! — nimm Dir es nicht so zu Herzen! — ich sagte Dir, die Dame hat keine Hoffnung aufzukommen — sie liegt im Sterben —«
Es graute ihm vor dem fürchterlichen Trost, den er da vorbrachte. Und noch mehr graute es ihm zu sehen, wie der alte eingefleischte Egoist sich an diesen Trost klammerte, wie er nun, da ihn das lähmende Entsetzen verlassen, sich sogar nach den näheren Umständen, nach dem Ausspruch des Arztes erkundigte.
Und der schlaue Ausdruck kehrte allmählich wieder in die grauen Augen zurück: »Magnus ist ein Dummkopf — er ist reif für das Narrenhaus — aber — aber sie liegt im Sterben, gottlob!« schien dieser Ausdruck zu sagen.