Frau Glaß verwunderte sich über den plötzlichen Entschluß, aber sie wünschte doch »glückliche Reise!« mit ihrem bezauberndsten Grübchenlächeln.

Er wollte in drei Tagen zurück sein. Frau Glaß wartete, wartete — Schnurzel mindestens wird bei der Rückkunft diese Urlaubsüberschreitung zu büßen haben!

Erst am sechsten Tage langte eine Nachricht an. Eine Postkarte, worin ihr »Herr« (ein gänzlich unpassendes Wort!) ihr flüchtig mitteilte, daß er seinen Freund nach Berka begleitet und sich vorzüglich wohl befände. Er würde noch einige Tage ausbleiben, sie möchte unterdes seine Abwesenheit zu einer gründlichen Reinigung der Wohnung benutzen.

Das war der offenbare Hohn! Sie sprühte.

Schnurzel befände sich ebenfalls wohl und ließe grüßen ....

Sie ballte ihre prallen Fäuste vor Wut über diese Herausforderung. Na warte, wenn — »sie« zurückkehren!

Aber »sie« kamen nicht! An den Stammtischen von Pensionopolis hieß es, der Major sei durchgebrannt — einfach durchgebrannt, alles, seine Möbel, sein Eigentum im Stiche lassend.

»Das Gescheiteste, was er noch thun konnte!« lachte man. »Aber er kehrt ja doch zurück!«

Auch Frau Glaß zählte sicher darauf, und sie hielt schon ihr ganzes Arsenal von Rache für solche Rückkunft in Bereitschaft. Und dann .... dann ist er verloren!

Plötzlich ward sie aus all dieser Siegeszuversicht durch einen Doppelbrief gerissen. Eine Verlobungsanzeige eines gewissen Major a. D. von P. mit einem Fräulein Herta von M., Tochter u. s. w.