Bah, welch ein Wesen sie aus der lumpigen Wahl machen! Vielleicht hätte ich ohnedem gewählt! Wen, ist gleichgültig. National heißen sie ja beide!

Endlich nahm er das Geldstück und steckte es samt dem Zettel in die Tasche. Es ist wie vom Himmel gefallen, gerade zur rechten Zeit!

Am anderen Tage rasierte er sich also und ging zur Wahl. Er will auch etwas thun für das Geld! — Er ist ein ehrlicher Kerl! Natürlich braucht niemand davon zu wissen: — es ist nicht ganz geheuer. Am Abend aber wurde das Markstück, das ein Notloch zu stopfen bestimmt war, in dem Triumph über den Erfolg seiner Stimme mit Schnaps hinabgespült. —

Das ganze Städtchen sprühte vor Alarm wegen des Stimmenkaufs. Herr Quall that großspurig überlegen: wer will ihm das beweisen? Ho, er wird der frechen Lüge schon das Handwerk legen! In Gegenwart von Zeugen stellte er den Gottlieb Simmel: »Hab’ ich Ihnen ein Geldstück gegeben mit der Weisung, deutschnational zu wählen?«

Der völlig verstörte Simmel wiegte verneinend den Kopf.

»Könnten Sie das vor Gericht beschwören, Simmel?«

Der Arbeiter besann sich, blinzelte, that einen Seufzer.

»Ja oder nein?« fuhr ihn jener energisch an.

»Ja!« nickte der andere. Es überlief ihn heiß. Aber unser Herrgott ist Zeuge, daß er von dem Kaufmann kein Geld erhalten mit jener Weisung! Recht muß Recht sein ...

Herr Quall schüttelte also den schändlichen Verdacht in seiner kräftigen und geräuschvollen Weise schnell ab, wie ein Pudel, den man ins Wasser geworfen, die Nässe aus seinem Pelze schüttelt. Den nichtsnutzigen Ladenjungen, den er beargwöhnte, das listige Manöver mit dem Markstück beobachtet und herumgebracht zu haben, jagte er zum Teufel. Er steckte seine drohende Faust heraus: »Jede noch so verblümte Andeutung wird einfach ans Gericht gebracht!« Herr Quall fackelt nicht! »Und wenn wirklich?« höhnt er. »Wenn das Stimmvieh so dumm ist und sich kaufen läßt ...«