Unter den »Parlamentarischen Nachrichten« stand drei Tage darauf folgende Notiz:
»Wie wir hören, ist die Untersuchung wegen des ominösen Stimmenkaufs in
niedergeschlagen, da sich der Hauptbelastungszeuge erhängt hat. Die Wahl des Abgeordneten Schwatzler dürfte somit keine Anfechtung mehr erfahren.«
Des Kaisers Fünf
»Numero zwei!« sagte mein Vater und tippte mir von hinterrücks mit dem Finger auf die Schulter, während sein Kopf nach dem offenen Fenster hinübernickte, mit einem feinen wetternden, ironischen Ausdruck um die bartlosen Lippen, der mir überhaupt nie gefallen hatte.
Das Fenster unserer gemeinsamen Kontorstube stand auf, und über die im Sonnenduft flimmernden Gärten hinweg kam aus der Ferne in regelmäßigen Pausen ein dumpfer Donnerhall.
»Hm!« nickte ich mißmutig dagegen, nur kurz aufschauend. Es war an diesem Tage wirklich viel zu thun in der Korrespondenz, und ich duckte den Kopf mit emporgezogenen Schultern wieder tiefer auf meine Arbeit nieder. Sehr hübsch und patriotisch von Papa, daß er sich die Zeit nahm und nun halblaut die fernen Kanonenschläge zu zählen begann!
»Das laß ich mir doch gefallen — so ein Prinz Wilhelm! — Nun schon der zweite binnen Jahresfrist!« fing er wieder an, offenbar durch mein gleichgültiges Wesen geärgert. »Bum! Achtzehn — neunzehn! — Wie deutlich man den Schall diesmal vom Lustgarten her vernimmt — zwanzig! — ich dächte im vorigen Jahr, bei dem ersten Prinzen, klang es nicht ganz so klar herüber —ein—und—zwanzig—zwei—und—zwanzig —«