»Um Gotteswillen!« — rief er — »was ist?!«
Abermals brachte er sie zum Divan, diesmal mußte er ihren Körper völlig auf den Armen tragen, wie leblos lehnte ihr todbleicher Kopf gegen seine Brust.
»Emmy! — was ist? — Emmy!«
Es war die volle Ohnmacht. Er besprengte ihr das Gesicht, versuchte ihr Mieder zu öffnen — da zeigte sich Blut in dem einen Mundwinkel — und jetzt zog sich eine rote Linie von Blut zwischen den blassen Lippen hin.
»Ein Blutsturz!« stieß er aus.
In höchster Bestürzung fuhr er empor, das Schwellen der roten Linie anstarrend. Dann stürzte er auf den altmodischen gestickten Klingelzug hin und riß daran.
Jemand klopfte; ohne das Herein abzuwarten, erschien ein Kopf in der Thür, und eine wie verrostet klingende weibliche Stimme meldete, daß das Mädchen nicht da sei — »womit könnte ich dienen?«
Es war Frau Gornemann selbst, seine Wirtin.
»Lassen Sie, bitte, irgend jemand nach dem Arzte eilen — Sanitätsrat Herz, Mohrenstraße 28!«
Frau Gornemann war ganz eingetreten. Die Situation für sie sehr interessant — höchst pikant!