Widerstand ringt die kreisenden Gedanken nieder, meine Mutter hadert verwirrt, ereifert sich im Heraufbeschwören schicksalsschwerer Geheimnisse; die dichte Pflaumenpflanzung sperrt wie ein Tor das Licht aus, und in meiner Mutter Gehirn spukt es auf:
„Man hat uns verflucht ...“
„Hat uns verflucht ... Mein Vater ... Mein Großvater ...“
„Jetzt fluchen wir ... Wie mein Vater ... Mein Großvater ...“
„Als er dort am Fenster stand ...“
„Er betete am Fenster, die weiße Kappe glitt auf seinem Kopf zurück, er schlug sich mit seinem umriemten Arm auf die Brust, und sein betender Mund verfluchte uns ...“
„Und jetzt fluchen wir ...“
„Wenn die Armut uns quält, stets fluchen wir ...“
Und das Entsetzen schnürt meiner Mutter Hirn zusammen. Ihr gehetzter Atem setzt aus, sie schwankt auf dem schwerer gewordenen Weg, und jemand, dessen Seele bereits in ihrer Seele loht, beklemmt ihr Herz; der Mensch, der ich war und der ich meiner Mutter Herzblut getrunken habe. Die Hülle, die mich einst umschließen würde, hat bereits den Platz meines Herzens festgelegt; es erwacht schon zum Sein, öffnet die verlangenden Lippen nach Leben, und meiner Mutter Herzschlag nährt treu ihren Sproß.
Meiner Mutter Herz ...