(Marchbanks.) Haben Sie nicht zugehört?

(Candida schuldbewußt, mit übertriebener Höflichkeit:) O ja. Es ist sehr hübsch. Fahren Sie fort, Eugen. Ich bin begierig, zu hören, was dem Engel passiert ist.

(Marchbanks läßt das Manuskript aus der Hand auf den Boden fallen:)
Verzeihen Sie, daß ich Sie langweile!

(Candida.) Aber Sie langweilen mich durchaus nicht, wirklich nicht.
Bitte, fahren Sie fort—bitte, Eugen.

(Marchbanks.) Ich habe das Gedicht über den Engel vor einer Viertelstunde beendet. Ich habe Ihnen seitdem schon verschiedenes vorgelesen.

(Candida reuevoll:) Das tut mir wirklich leid, Eugen. Mir scheint, der Schürhaken hat mich behext. (Sie legt ihn nieder.)

(Marchbanks.) Er hat mich fürchterlich gestört.

(Candida.) Warum haben Sie mir das nicht gesagt? Ich hätte ihn sofort weggelegt.

(Marchbanks.) Ich fürchtete, Sie auch zu stören; er glich einer Waffe. Wenn ich ein Held aus alten Tagen wäre, würde ich mein gezogenes Schwert zwischen uns gelegt haben. Wenn Morell gekommen wäre, hätte er geglaubt, daß Sie den Schürhaken ergriffen haben, weil kein Schwert zwischen uns liegt.

(Candida verwundert:) Was? (Sie sieht ihn mit verwirrten Blicken an:) Das kann ich nicht recht verstehen. Ihre Sonette haben mich so sehr verwirrt! Warum sollte ein Schwert zwischen uns sein?