(Morell kniet ganz überwältigt neben ihren Stuhl und umschlingt sie mit knabenhafter Leidenschaft:) Alles ist wahr, jedes Wort. Was ich bin, hast du aus mir gemacht, durch die Arbeit deiner Hände und die Liebe deines Herzens. Du bist mein Weib, meine Mutter, meine Schwester,—du bist die Summe aller Liebessorgen für mich.
(Candida in seinen Armen, lächelnd zu Marchbanks:) Bin ich Ihnen auch
Mutter und Schwester, Eugen?
(Marchbanks erhebt sich mit einer heftigen Bewegung des Ekels:) Oh, niemals! Hinaus denn in die Nacht mit mir!
(Candida erhebt sich rasch und unterbricht ihn:) sie werden nicht so von uns gehn, Eugen!
(Marchbanks mit dem Tonfall eines entschlossenen Mannes, nicht mit der Stimme eines Knaben:) Ich weiß, wann die Stunde geschlagen hat. Ich bin ungeduldig zu tun, was getan werden muß.
(Morell erhebt sich von seinen Knien, beunruhigt:) Candida, laß ihn nichts Übereiltes begehen!
(Candida lächelt Eugen vertrauensvoll an:) Oh, sei unbesorgt, er hat gelernt, ohne Glück zu leben.
(Marchbanks.) Ich ersehne nicht mehr Glück; das Leben kann Höheres bieten. Pastor Jakob, ich gebe Ihnen mein Glück mit beiden Händen hin; ich liebe Sie, weil Sie das Herz der Frau, ganz ausgefüllt haben, die ich liebte. Leben Sie wohl! (Er geht zur Tür.)
(Candida.) Ein letztes Wort. (Er hält inne, aber ohne sich nach ihr umzuwenden.) Wie alt sind Sie, Eugen?
(Marchbanks.) Jetzt bin ich so alt wie die Welt. Heute morgen war ich achtzehn Jahre!