„Warum sollte ich ihn leugnen? Es ist die Wahrheit. Siehst du denn nicht die Ironie in dem Ganzen? Ich mache mir den Spaß, einem Schulmädchen ein paar Komplimente zu sagen, obgleich ich mir nicht mehr daraus mache als aus irgendeinem andern ansprechenden und leidlich hübschen Weibe, das ich treffe. Trotzdem fühle ich manchmal leichte Gewissensbisse, weil ich denke, sie könnte mich ernsthaft lieben, obgleich ich nur mit ihr spiele. Das arme Herz, das ich leichtfertig umstrickt habe, tut mir leid. Und während der ganzen Zeit bemitleidet sie mich aus demselben Grunde! Ihr Gewissen quält sie, weil sie nur das Vergnügen genießt, ‚von dem tüchtigsten Mann, den sie je getroffen hat‘, angebetet zu werden, und sie ist grade so frei von Liebe wie ich selbst! Ha, ha! Auf so etwas baut sich die Religion der Liebe auf, deren Hohepriester die Dichter sind. Jeder Verehrer weiß, daß seine Liebe nur eine flüchtige Leidenschaft oder eine Lüge ist, die er nach seinem Lieblingsdichter nachempfunden hat, aber er glaubt getreulich, daß die anderen ihn selbst in echter Weise lieben. Ho, ho! Ist das keine verrückte Welt, mein Schatz?“
„Du hattest kein Recht, Agatha den Hof zu machen. Du hast überhaupt kein Recht, jemand den Hof zu machen außer mir, und ich ließe es mir auch nicht gefallen.“
„Du bist böse, weil Agatha dein Monopol angetastet hat. Stets ein Monopol! Glaubst du törichtes Mädchen wirklich, ich gehörte dir mit Leib und Seele? — ich dürfte nur durch deine Liebe erregt werden oder nur an deine Schönheit denken?“
„Du kannst mich soviel beschimpfen wie du willst, aber du hast kein Recht, Agatha den Hof zu machen.“
„Meine Liebste, ich erinnere mich nicht, dich beschimpft zu haben. Ich glaube aber, du sagtest etwas von einem selbstsüchtigen Tier.“
„Das ist nicht wahr. Aber du nanntest mich ein törichtes Mädchen.“
„Aber, mein Lieb, das bist du doch.“
„Und bei dir hatte ich recht. Du bist durch und durch selbstsüchtig.“
„Das leugne ich nicht. Doch wir wollen zu unserem früheren Gespräch zurückkehren. Warum haben wir doch den Zank angefangen?“
„Ich zanke mich nicht, Sidney. Du tust das.“