Einen Augenblick überfiel Trefusis die Vagabundenlust, in der Sprache Smilaschs zu reden und dem Mann aufzubinden, er hätte Körbe voll Truthähnen und Plumpudding im Gepäckwagen. Aber er unterdrückte es und stieg in einen Hansom, der ihn nach der Belsize Avenue zum Hause seines Schwiegervaters brachte. Unterwegs beobachtete er in scharfer, bitterer Stimmung das in ihm aufsteigende Angstgefühl, das sich am Ende der Fahrt bis zum Herzklopfen steigerte. Zwei Wagen standen vor der Türe, als er ausstieg. Die schweigsamen Gesichter der Kutscher flößten ihm einen Schrecken ein.

Die Türe öffnete sich, bevor er klingelte. „Bitte, mein Herr,“ sagte das Mädchen mit leiser Stimme, „wollen Sie in die Bibliothek eintreten? Der Doktor wird sofort mit Ihnen sprechen.“

Im ersten Stock an der Treppe standen zwei Herren und sprachen mit Mr. Jansenius. Dieser zog sich schnell zurück. Aber ein flüchtiger Blick auf sein trauriges, verdrießliches Gesicht hatte Trefusis doch schon ein seltsam prickelndes Gefühl gegeben, und es war ihm, als ob er seit zwanzig Jahren ein Witwer gewesen sei. Er lächelte gleichgültig, während er dem Mädchen in die Bibliothek folgte, und fragte sie, wie es ihr ginge. Sie murmelte irgendeine Antwort und eilte davon. Dabei dachte sie, der arme junge Mann würde wohl bald seinen Ton ändern.

Gleich darauf trat ein Herr mit grauem Backenbart herein, der sorgfältig gekleidet war und sich sehr behutsam benahm. Trefusis stellte sich vor, und der Arzt sah ihn mit Interesse an. Dann sagte er:

„Sie sind zu spät gekommen, Mr. Trefusis. Es tut mir leid, daß ich Ihnen das mitteilen muß, aber es ist alles vorbei.“

„War die lange Eisenbahnfahrt, die sie in dem kalten Wetter unternahm, die Ursache ihres Todes?“

Einige bittere Worte, die der Arzt oben gehört hatte, sagten ihm, daß dies eine heikele Frage war. Aber er antwortete ruhig: „Zweifellos die unmittelbare Ursache.“

„Sie erhielt vor Ihrer Abreise eine unangenehme und ganz unerwartete Nachricht. Glauben Sie, daß das etwas mit ihrem Tode zu tun hatte?“

„Es hat vielleicht einen ungünstigen Einfluß ausgeübt,“ sagte der Arzt steif und zog seine Handschuhe an. „Die Gewohnheit, solche Ereignisse mit dergleichen Ursachen in Verbindung zu bringen, geht in der Regel zu weit.“

„Ohne Zweifel. Ich bin nur neugierig, weil dieses Ereignis etwas Neues in meinen Erfahrungen ist. In den Ihrigen wird es wohl etwas Gleichgültiges sein.“