„Würden Sie mich ins Gefängnis werfen lassen?“ fragte Trefusis in melancholischem Tone.

„Ich habe nicht grade Sie gemeint,“ sagte sie, sanfter werdend. „Aber ich werde den Geistlichen verhaften lassen, der müßte doch mehr Einsicht haben. Er ist der Anstifter der ganzen Geschichte.“

„Er wird entzückt sein, Lady Brandon. Er schmachtet nach dem Märtyrertum. Aber wollen Sie ihn wirklich in Haft geben?“

„Natürlich,“ sagte sie heftig und bekräftigte ihre Versicherung, indem sie im Sattel auffuhr, so daß das Pferd unruhig wurde.

„Auf wessen Rechnung?“ fragte er und tätschelte das Pferd, indem er zu ihr aufblickte.

„Das ist mir gleich, auf wessen Rechnung,“ erwiderte sie und fühlte, daß er sie mit Bewunderung und nicht mit Mißvergnügen ansah. „Sie sollen ihn einfach mitnehmen, weiter nichts.“

Menschen zu Pferde sind so sehr Zentauren, daß jede Freiheit, die man sich mit den Pferden erlaubt, als gegen die Menschen gerichtet gelten können. Sir Charles sah, daß Trefusis den Braunen tätschelte, und er fühlte sich so sehr beschimpft, als ob Lady Brandon selbst getätschelt worden wäre. Dazu ärgerte er sich über sie, weil sie ihm solche Vertraulichkeit gestattete. Er atmete auf, als jetzt die Prozession näher kam. Sie hielt inne, und die Führer gingen zu Trefusis, der mit ernster Stimme sagte:

„Gentlemen, ich gratuliere Ihnen zu der Festigkeit, mit der Sie heute die Rechte des Volkes vertraten, da es sich darum handelte, die Benutzung eines der wenigen Stückchen Land zu verteidigen, die man uns noch nicht geraubt hat.“

„Gentlemen,“ rief ein erregtes Mitglied der Prozession, „ein dreimaliges Hurra auf die Zurücknahme des englischen Landes durch das englische Volk! Hip, hip, hurra!“

Die Hurras wurden mit großer Begeisterung gegeben, und Sir Charles’ Wangen färbten sich bei jeder Wiederholung dunkler. Er blickte ärgerlich auf den Geistlichen, aber der war jetzt ganz durch die Reize der Lady Brandon gefesselt, die ihre Verachtung über den Anblick der Menge durch ein Schmollen zum Ausdruck brachte, das ihren schönen Lippen entzückend stand.