„Mr. Trefusis,“ meldete ein Mädchen.

Mr. Trefusis trat herein, noch immer in gelbbraunem Anzug. Der Rock war nicht zugeknöpft. Er ging in ungezwungener Gleichgültigkeit und schien bei keiner Gelegenheit irgendwelche Rücksicht auf gesellschaftliche Formen für nötig zu halten.

„Da sind Sie ja endlich,“ sagte Lady Brandon. „Sie kennen doch alle hier?“

„Wie geht es Ihnen?“ fragte Sir Charles und bot ihm mit der ernsten Miene eines Mannes, der eine Pflicht gegen den Gast seiner Frau erfüllt, die Hand. Er schüttelte sie herzlich, nickte Erskine zu und sah ohne eine Miene des Erkennens Gertrude an, deren frostiges Schweigen sich gegen die Annahme der Lady Brandon zu verwahren schien, als ob der Fremde mit ihr bekannt sei. Dann wandte er sich zu Agatha und verneigte sich vor ihr. Sie gab ihm keine Antwort, sie war wie erstarrt. Lady Brandon errötete vor Ärger. Sir Charles bemerkte den Empfang seines Gastes mit innerer Genugtuung, aber er teilte doch auch die Verlegenheit, die alle mit Ausnahme von Trefusis ergriffen hatte. Dieser schien ganz gleichgültig und zufrieden zu sein und brachte unbewußt den Eindruck hervor, die andern hätten sich nicht richtig benommen, was ja auch tatsächlich der Fall war.

„Wir sahen uns grade ein paar Radierungen an, als Sie hereinkamen,“ sagte Sir Charles und beeilte sich, das Stillschweigen zu brechen. „Machen Sie sich etwas aus solchen Dingen?“ Und er händigte ihm einen Abzug ein.

Trefusis warf einen Blick darauf, als ob er noch nie in seinem Leben so etwas gesehen habe und nicht wüßte, was er damit anfangen sollte. „Alle diese Kritzeleien scheinen mir keinen Sinn zu haben,“ sagte er unsicher.

Sir Charles warf Erskine ein geringschätziges Lächeln und einen bezeichnenden Blick zu. Dieser, der schon eine instinktive Abneigung gegen Trefusis fühlte, sagte ausdrucksvoll:

„Da ist keine von diesen Kritzeleien, die nicht einen Sinn hat.“

„Das zum Beispiel, das aussieht wie das Bein einer Mücke — was bedeutet es?“

Erskine zauderte einen Augenblick. Dann faßte er sich und sagte: „Es stellt unverkennbar — wenigstens für mich — die Zeichnung eines Fahrweges vor.“