„An einem gewissen Mangel in Ihrer Haltung. Ihnen fehlt die letzte Schönheit, die nur das Glück verleiht. Ich sehe es ferner an einem Mangel in Ihrer Stimme, der nie verschwinden wird, bis Sie es lernen, die zu lieben oder zu bemitleiden, mit denen Sie sprechen.“
„Sie irren sich,“ sagte Gertrude mit ruhiger Verachtung. „Sie verstehen mich nicht im mindesten. Ich hänge sehr an meinen Freunden.“
„Dann habe ich Sie nie in ihrer Gesellschaft gesehen.“
„Auch darin irren Sie sich.“
„Wie können Sie denn so sprechen, blicken und handeln, wie Sie es tun?“
„Was meinen Sie damit? Wie blicke oder handle ich?“
„Wie einer von den Gitterstäben auf dem Belgrave Square blicken und handeln würde, wenn er Bewußtsein hätte. Er würde sich vor dem Urteil der andern Stäbe fürchten und Angst haben, aus der Reihe herauszufallen. Sie sind kalt, mißtrauisch, grausam gegen nervöse und unbeholfene Menschen, und Sie fürchten sich mehr vor der Kritik der Leute, mit denen Sie tanzen und essen, als vor Ihrem eigenen Gewissen. Wenn alles das nicht wäre, würden Sie den Blick eines Engels haben.“
„Danke sehr. Sie glauben wohl, Komplimentemachen gehöre zur Vollendung eines Gentleman?“
„Habe ich Ihnen schon viele gemacht? Meine letzte Bemerkung war nicht als Kompliment gemeint. Ich gebe Ihnen mein Wort, die Engel brauchten nicht lieblicher zu sein, als Sie wären, wenn Sie jenen Blick in den Augen und den Ton in der Stimme hätten, von dem ich vorhin sprach. Ich weiß nicht, wie das Ihr Mißfallen erregen kann, wenn Sie das hören. Wäre ich besonders hübsch, ich hätte es gern, wenn man mir so etwas sagte.“
„Es tut mir leid, daß ich es Ihnen nicht sagen kann.“