„Bitte, nehmen Sie auf mich keine Rücksicht,“ sagte Agatha. „Es macht mir durchaus keine Mühe. Auf der Schule pflegte ich alle Briefe für Jane zu schreiben. Ich denke, ich schreibe jetzt zuerst den Brief, und dann singen wir das Duett. Es macht Ihnen doch nichts aus, wenn Sie fünf Minuten warten?“

„Ich kann natürlich so lange warten, wie es Ihnen paßt. Aber es scheint mir so ein unvernünftiger Mißbrauch Ihrer Gutmütigkeit, daß ich unbedingt protestieren —“

„Oh, laß den Brief warten!“ schrie Jane. „Wie kann man nur solch einen lächerlichen Unsinn reden, weil ich Agatha bitte, mir einen Brief zu schreiben, grade wenn du von ihr deine Duette gespielt haben willst. Ich bin sicher, sie hat sie so von Herzen satt, daß es ihr übel davon wird.“

Um diesem Streit zu entfliehen, ging Agatha auf die Bibliothek und schrieb den Brief. Als sie in das Gesellschaftszimmer zurückkehrte, fand sie niemand mehr vor, doch kehrte Sir Charles gleich zurück.

„Es tut mir leid, Miß Wylie,“ sagte er, als er ihr den Flügel aufmachte, „wenn Sie durch die lächerliche Eifersucht meiner Frau belästigt werden.“

„Eifersucht!“

„Natürlich. Es ist blödsinnig!“

„Oh, Sie irren sich,“ sagte Agatha ungläubig. „Wie könnte sie nur auf mich eifersüchtig sein?“

„Sie ist auf jeden und auf alles eifersüchtig,“ antwortete er bitter. „Und sie kehrt sich an niemand und an gar nichts. Sie wissen nicht, was ich manchmal von ihr ausstehen muß.“

Agatha hielt es für das Beste, sich sofort hinzusetzen und anzufangen: „Ich wollt, daß meine Liebe.“ Während sie sang und spielte, dachte sie darüber nach, was Sir Charles grade gesagt hatte. Sie liebte seine Gesellschaft. Er war fröhlich, hatte Sinn für Musik und Spaß, war höflich und aufmerksam. Er wußte ihre Anlagen zu schätzen, war schlagfertig, ohne zu überlegen zu sein, und als verheirateter Mann ungefährlich in seiner Zuneigung. Aber jetzt schien es ihr doch, als ob sie in der letzten Zeit etwas zuviel zusammengewesen seien.