„Was meinten Sie mit dem, was Sie mir da drinnen sagten?“

Eine ganz seltsame Empfindung überkam Erskine, verwirrte Ideen aus einem Feenland flogen durch seine Phantasie. Dann folgte eine bittere Enttäuschung, als ob er aus einem glücklichen Traum erwachte, als Trefusis’ Stimme in weicherem Tone, als er sie jemals gehört hatte, antwortete:

„Einfach, daß das Reich der Sterne, die über uns funkeln, nicht unbegrenzter ist als meine Verachtung für Miß Lindsay und nicht strahlender als mein Vertrauen auf Gertrude.“

„Bitte, Mr. Trefusis, für Sie bin ich immer Miß Lindsay.“

„Für mich sind Sie niemals Miß Lindsay. Das sind Sie für die, die nicht in Ihre Seele hineinblicken können, die Gertrude ist. Es gibt Tausende Miß Lindsays auf der Welt, die alle förmlich und unecht sind. Aber es gibt nur eine Gertrude.“

„Ich bin ein schutzloses Mädchen, Mr. Trefusis, und Sie können mich nennen, was Sie wollen.“

Einen Augenblick kam Erskine der Gedanke, dies sei eine gute Gelegenheit, vorzuspringen und Trefusis, dessen Gestalt er jetzt undeutlich unterscheiden konnte, ein blaues Auge zu schlagen. Aber er zauderte, und die Gelegenheit ging vorbei.

„Schutzlos!“ sagte Trefusis. „Aber Sie sind doch rings umzäunt und eingeriegelt in Sitten, Vorschriften und Lügen, die die Wahrheit von den Lippen eines jeden Mannes zurückschrecken würden, dessen Glaube an Gertrude weniger stark wäre als der meine. Gehen Sie zu Sir Charles und erzählen Sie ihm, was ich zu Miß Lindsay gesagt habe. In zehn Minuten werde ich außerhalb dieses Tores sein, mit einer Warnung, mich ihm nie mehr zu nähern. Ich bin in Ihrer Gewalt, und wäre ich nur in der Gewalt von Miß Lindsay, ich hätte wenig mehr zu sagen. Glücklicherweise sieht Gertrude ein, obgleich sie es nur dunkel fühlt, daß Miß Lindsay ihre bitterste Feindin ist.“

„Das ist lächerlich. Ich bestehe nicht aus zwei Personen, ich bin nur eine. Was mache ich mir daraus, ob Ihre Verachtung für mich so grenzenlos wie die Sterne ist?“

„Ah, Sie erinnern sich dieser Worte. Wenn Sie einen Mann über die Sterne reden hören, dann können Sie sicher sein, daß er entweder ein Astronom oder ein Narr ist. Aber Sie und eine schöne Sternennacht können aus jedem Mann einen Narren machen.“