„Wie ist er denn auf solche Sachen gekommen?“ fragte er. „Hat er in der letzten Zeit irgendeine Enttäuschung erlitten? Hat er Miß Lindsay einen Antrag gemacht und eine Absage bekommen?“
„Nein,“ sagte Sir Charles, erstaunt über diese offene Anspielung auf einen Gegenstand, über den sie nie vorher gesprochen hatten. „Aber er beabsichtigt auch nicht, Miß Lindsay einen Antrag zu machen.“
„Er hat aber die Absicht gehabt?“
„Gewiß wollte er das tun, aber er hat die Idee aufgegeben.“
„Warum?“ fragte Trefusis und mißbilligte offenbar sehr diese Sinnesänderung.
Sir Charles zuckte mit den Schultern und gab keine Antwort.
„Es tut mir leid, daß ich das höre. Ich wollte, Sie könnten ihn bewegen, diesen Entschluß aufzugeben. Er ist ein prächtiger Mensch und kann ganz anständig leben, obgleich er nach Ihren Anschauungen ein armer Mann ist, so daß sie ihn vollständig uneigennützig heiraten kann. Es wird ganz gut für sie sein, wenn sie jemand heiratet, der ihr keinen pekuniären Vorteil bietet. Sie wird viel mehr Selbstachtung empfinden. Denn wenn sie auch aus Liebe heiratet, so wird es ihr doch nicht am Lebensunterhalt fehlen, und sie braucht ihren Mann nicht wegen seiner Abkunft zu verachten. Machen Sie eine Partie daraus, wenn Sie eben können. Ich interessiere mich für das Mädchen, es hat gute Anlagen.“
Sir Charles’ Vermutung, Trefusis mache Agatha wirklich den Hof, kehrte nach dieser Unterredung zurück. Er wiederholte sie Erskine, der sich ärgerte, daß man seine Gedichte einem Leser von Blaubüchern gezeigt hatte, und im übrigen glaubte, Trefusis wollte damit nur seine Absichten auf Gertrude verbergen. Sir Charles wollte diese Ansicht nicht gelten lassen, und die beiden Freunde gerieten scharf aneinander, als sie sie besprachen. Nach dem Diner, als die Damen weggegangen waren, drängte Sir Charles nachgiebig und herzlich Erskine, er sollte mit Gertrude sprechen, ohne sich an die Aufrichtigkeit Trefusis’ zu stören. Aber Erskine wußte, daß er eine Abweisung nicht ertragen konnte, und es widerstrebte ihm, sich einer solchen Gefahr auszusetzen.
„Hätten Sie den Ton ihrer Stimme gehört, als sie ihn fragte, ob er im Ernst sei, Sie würden nicht so zu mir sprechen,“ sagte er mutlos. „Ich wollte, er wäre nie hierhergekommen.“
„Nun, das war wenigstens nicht meine Schuld, mein lieber Freund,“ sagte Sir Charles. „Er kam gegen meinen Willen hierher. Aber jetzt, da es scheint, daß er wegen des Rasens im Recht ist — wenigstens gesetzlich — würde es gehässig aussehen, wenn ich ihn schnitte. Übrigens ist er wirklich kein schlechter Mann, wenn er nur die Mädchen in Ruhe ließe.“