„Pah! Sie sind zu komisch. Es war famoser Wein. Glauben Sie etwa, ich sei betrunken?“
„Nein. Aber Sie würden auch nicht unterschrieben haben, hätten Sie nicht das zweite Glas getrunken. Wäre ich nicht durch Sie gezwungen worden — nachdem Sie das Beispiel gegeben hatten, konnte ich nicht anders — ich hätte ihn lieber am Galgen gesehen, als mich mit seiner Petition abgegeben.“
„Ich sehe nicht ein, was das für schlimme Folgen haben kann,“ sagte Sir Charles und unterdrückte mit Gewalt eine in ihm aufsteigende Unruhe.
„Nie wieder betrete ich sein Haus,“ sagte Erskine mürrisch. „Wir waren wie zwei Fliegen in einem Spinnennetz.“
Unterdessen schrieb Trefusis, wie er versprochen hatte, an Donovan Brown.
Sallusts Haus.
Lieber Brown, ich habe den Vormittag damit verbracht, zwei noch sehr junge Fische zu angeln, und ich habe sie mit mehr Mühe ans Land gebracht, als sie es wert sind. Einer ist ein hohes Tier. Er ist Baronet und Kunstliebhaber, mit Respekt zu sagen. Alle meine Gründe und mein kleines Museum von Photographien waren an ihm verloren, aber als ich Ihren Namen nannte und ihm Ihre Bekanntschaft versprach, biß er sofort an. Er war halb betrunken, als er unterschrieb, und ich hätte ihn nicht das Papier berühren lassen, wenn ich mich nicht vorher überzeugt hätte, daß er es ehrlich meinte und daß mein Wein nur seine bessere Natur von ihrer gewöhnlichen Feigheit und Voreingenommenheit befreit hatte. Wir müssen es in möglichst vielen Zeitungen veröffentlichen, daß er unsere große Petition unterschrieben hat. Das wird andere verlocken, gradeso wie Ihr Name ihn verlockt hat. Der zweite Neubekehrte, Chichester Erskine, ist ein junger Dichter. Er wird uns nicht viel nützen, obgleich er ein Vorkämpfer der Freiheit in Blankversen ist und seine Werke Mazzini und andern widmet. Er hat widerstrebend unterschrieben. Ihr ganzes Zaudern ist die Unentschlossenheit, die von der Unwissenheit herrührt. Sie haben aus sich heraus noch nicht die Wahrheit gefunden und wagen es nicht: mir zu vertrauen, da es sich hier um Dinge handelt, in denen keiner dem andern vertrauen kann.
Ich habe hier eine hübsche junge Dame kennen gelernt, die Ihnen als Modell für Ihre Hypatia dienen könnte. Sie ist vollgepfropft mit allen adeligen Vorurteilen, aber ich bin dabei, sie zu kurieren. Ich habe es mir in den Kopf gesetzt, sie mit Erskine zu verheiraten, und er ist eifersüchtig auf mich, weil er glaubt, ich stellte ihr nach. Das Wetter ist hier fein, und ich führe ein lustiges Leben, aber ich finde, daß ich dabei zu müßig bin. Usw. usw.