An einem sonnigen Vormittag saß Agatha auf der Türschwelle vor dem Treibhaus und las. Der Schatten ihres seidenen Sonnenschirmes wurde plötzlich dunkler, und als sie aufblickte, sah sie Trefusis vor sich stehen.
„Oh!“
Sie bot ihm sonst keinen Gruß an, denn sie war mit ihm übereingekommen, soviel als möglich alle Begrüßungen und Förmlichkeiten zu vermeiden. Er schien es nicht eilig zu haben, etwas zu sagen, und so begann sie nach einer Pause: „Sir Charles —“
„Ist in die Stadt gegangen,“ sagte er. „Erskine ist mit dem Zweirad aus. Lady Brandon und Miß Lindsay sind in dem Wagen ins Dorf gefahren, und Sie sind hier herausgekommen, um die Sommersonne zu genießen und um braun zu werden. Ich weiß schon alle Ihre Neuigkeiten.“
„Sie sind sehr klug und irren sich, wie gewöhnlich. Sir Charles ist nicht in die Stadt gegangen. Er ist nur wegen einiger Papiere zur Eisenbahnstation gegangen und wird vor dem Essen zurück sein. Woher wissen Sie das alles, was hier vorgeht?“
„Ich war mit meinem Feldstecher auf dem Dache meines Hauses. Ich sah Sie herauskommen und hier Platz nehmen. Dann kam Sir Charles vorbei. Dann Erskine. Dann Lady Brandon, die mit großer Energie losfuhr und einen bemerkbaren Gegensatz zu der hochmütigen Ruhe Gertrudes bot.“
„Gertrude! Mir gefällt Ihre Dreistigkeit.“
„Sie wollen sagen, Ihnen mißfällt meine Anmaßung.“
„Nein, ich halte Dreistigkeit für ein bezeichnenderes Wort als Anmaßung, und ich will sagen, daß sie mir gefällt — daß sie mich amüsiert.“
„Wirklich! Was lesen Sie jetzt?“