„Hoffentlich viel mehr! Bedeutend mehr!“

„Ich fürchte, die Namen, die ich den Dingen gebe, sind nicht romantisch genug. Er ist ein Dichter. Vielleicht würde er ein Held sein, wenn das einem Manne heute möglich wäre. Aber das neunzehnte Jahrhundert wird einst in der Geschichte als die schändliche Zeit dastehen, in der alle Macht über die Natur nur dazu diente, die Habgier des Menschen zu schärfen und die Aushungerung der Mitmenschen als offenes Kampfesmittel zu proklamieren. Erskine ist wenigstens kein Spieler und kein direkter Sklavenhalter. Wenn er von der Ausbeutung der Arbeit lebt, so kann er ebenso wie ich gar nicht anders. Sagen Sie nicht, daß Sie viel mehr erhoffen. Aber erzählen Sie mir, wenn Sie können, worauf Sie sonst Aussicht haben. Ich frage nicht, was Sie wünschen — wir haben alle ausschweifende Wünsche. Ich frage Sie, was Sie mehr erreichen können.“

„Ich halte Mr. Erskine nicht für einen solchen wundervollen Menschen, wie Sie das tun.“

„Er ist eben nur ein Mensch. Kennen Sie sonst jemand, der wundervoll ist?“

„Übrigens würde auch meine Familie nicht damit einverstanden sein.“

„Das ist höchst wahrscheinlich. Wenn Sie es ihnen recht machen wollen, müssen Sie sich an irgendeinen reichen Fabrikvampyr oder einen großen Landbesitzer verkaufen. Wenn Sie sich an den armen Dichter weggeben, der Sie liebt, wird ihre Enttäuschung grenzenlos sein. Wenn heute ein Mädchen ihren Vater und ihre Mutter so ehren will, daß sie zufrieden sind, muß sie sich selbst entehren.“

„Ich verstehe nicht, warum Sie so ängstlich bedacht sind, mich an einen andern zu verheiraten!“

„An einen andern?“ fragte Trefusis verwirrt.

„Ich meine nicht, an einen andern,“ sagte Gertrude schnell und errötete. „Warum soll ich überhaupt heiraten?“

„Warum heiratet überhaupt jemand? Warum heirate ich? Weil das eine Aufgabe ist, die jeder erfüllen soll. Wenn Sie nicht beizeiten aus freier Wahl heiraten, werden Sie später durch die Zudringlichkeit Ihrer Bewerber und Ihrer Eltern dazu getrieben werden, oder Sie tun es, weil Sie der Ungewißheit Ihres jetzigen Lebens müde sind. Haben Sie Mut bei Ihrer Heirat! Werfen Sie sich nicht weg und verkaufen Sie sich nicht. Verschenken Sie sich. Erskine hat ebensoviel zu verlieren wie Sie, und doch bietet er sich ohne Furcht an.“